Albert Hammond „In Symphony“

alberthammondAus seiner Feder stammen unzählige, millionenfach verkaufte Hits, die praktisch jeder kennt. Trotzdem darf man Albert Hammonds Songs jetzt zum allerersten Mal so bestaunen, wie man sie nie zuvor gehört hat. Hammonds bemerkenswerte Hits wurden vom preisgekrönten Produzenten Rob Mathes erstmals aufwendig orchestriert und unter Mitwirkung eines Chors in den Abbey Road Studios aufgenommen.

Jetzt veröffentlicht  die Singer-Songwriter-Legende Albert Hammond sein neues, 12 Songs umfassendes Album „In Symphony“. Die Songsammlung wurde im knappen Zeitraum von fünf Tagen in den Londoner Studio-Ruhmeshallen eingespielt und enthält, neben ein paar Überraschungen, Neuaufnahmen der bekanntesten Hammond-Songs.

Eigentlich hätte Albert Hammond längst in Versuchung geraten können, alles ruhig angehen zu lassen und die Gitarre an den Nagel zu hängen. Schließlich kann er auf 30 von ihm komponierte Nummer-Eins-Hits zurückblicken, die er selbst neben Künstlern wie Leo Sayer, Diana Ross, The Hollies, Whitney Houston und Starship aufnahm. Sage und schreibe 360 Millionen verkaufter Platten beinhalten seine Songs. Aber er ist immer noch ein Musikreisender. Nach wie vor ist er auf Konzertbühnen unterwegs, wenn er nicht gerade neue Songs komponiert.

Nach einer besonders energetischen Solo-Show im letzten Jahr, die in Berlin auch fürs Fernsehen aufgezeichnet worden war, wollten Mitarbeiter der Musikfirma BMG mehr von dem Londoner hören, der auf Gibraltar aufwuchs. „Eigentlich hätte es gar nicht passieren sollen, dass es mein neues Album überhaupt gibt“, lacht Hammond. „Die Leute von BMG kamen nach der Show in Berlin auf mich zu und erklärten mir, dass sie sehr an einer neuen Platte von mir interessiert waren. Ich entgegnete ihnen: Nun, ich habe aber kein Interesse an einem neuen Album. Es sei denn, ich kann meine Hits symphonisch neu aufnehmen…“.

Am nächsten Tag erhielt er einen Anruf. Der Firmenchef bat um ein Treffen in Los Angeles, sobald Hammond in die USA heimkehren würde. „Wir frühstückten schließlich zusammen“, führt er weiter aus. „Ich erzählte von meinen Gedanken und er sagte ‚Lass es uns durchziehen’. Ich fuhr nach Hause und musste mich selbst kneifen. Welches Musiklabel gibt einem 72 Jahre alten Mann, der ein paar tolle Songs schrieb, aber selbst kein superangesagter Star mehr ist, heute noch die Möglichkeit, um ein Projekt wie dieses umzusetzen? Ich dachte an meine Mutter, die mir immer prophezeite, dass jemand nach mir Ausschau halten würde“.

Damit verweist Hammond auf London in den 1940er-Jahren, als seine Familie vom zerbombten Gibraltar an die Themse umgesiedelt worden war, um dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Sicherheit entgegen sehen zu können. Seine Mutter lebte damals zusammen mit ihrer Schwester und ihrer jungen Tochter im 8. Stockwerk eines Hotels. Hochschwanger mit Albert, hatte sie täglich eine sich wiederholende Vision, wenn sie aus dem Hotelfenster schaute. Diese Geschichte, das Gefühl, dass sie und ihre Angehörigen von irgendeiner Kraft gelenkt wurden, erzählte sie dem jungen Albert wieder und wieder. „Seither fühle ich diese Kraft“, erklärt er und denkt über seine Erfolgsserie nach, die 1968 mit seinem ersten Hit-Song „Little Arrows“ begann, der Leapy Lee in die englischen Charts brachte.

Hammond war damals 24. Ein paar Jahre später, 1972, feierte er seinen eigenen Top-5-Hit in den US-Charts mit „It Never Rains In Southern California“. Danach ging es für den aufblühenden Songwriter, der als Teenager in zerfledderten Klamotten auf den Straßen von Madrid Gitarre spielte und von einer Musikerkarriere träumte, zielgerade nach oben. Seinen Triumphen in Amerika ließ er Kreativpartnerschaften mit Hal David, Mike Hazlewood, Carole Bayer Sager, John Bettis und vielen anderen folgen, die im Geiste der kreativen Spontaneität geschmiedet wurden. Hammonds Vertrauen auf Fügungen leitete ihn derweil von einer einzigartigen Herausforderung (das Komponieren des Titelsongs für die USA zur Olympiade in Seoul) zur nächsten (das Lancieren von Julio Iglesias’ englischsprachiger Karriere und dessen Zusammenarbeit mit Willie Nelson).

Nach fünf Jahrzehnten haben Hammonds bekannteste Melodien jetzt eine Neuvertonung erfahren. Seine unverkennbar-kraftvolle Stimme und sein charakteristisches Gitarrenspiel werden auf „In Symphony“ in symphonische Arrangements gebettet. Dafür zeichnete der vielfach preisgekrönte amerikanische Produzent und Arrangeur Rob Mathes (Sting, Carly Simon, Bruce Springsteen, The Three Tenors) verantwortlich. Er engagierte herausragende Virtuosen von verschiedenen englischen Orchestern, die Stimmen des Trinity Boys Choir und die vielgefragten London Voices zur Umsetzung der Neubestimmungen von Hammonds bekanntesten Kompositionen. Zusätzlich spiegeln zwei spanischsprachige Tracks Hammonds zweisprachige Erziehung wider.

„Alejete“ ist die spanische Version von „Just Walk Away“, dem Hit-Song, den Hammond für Celine Dion schrieb. Die ebenfalls enthaltene mexikanische Liedkomposition „Estrellita“ hat für Hammond eine besondere Bedeutung, wie er sagt: „Mein Onkel nahm mich auf, als ich 8 Jahre alt war und diese Nummer sang. Er ließ diese Aufnahme auf Schelllackplatten pressen, die er auf Gibraltar verkaufte. Ich behielt ein Exemplar davon, aber ich wusste eigentlich nie, warum. Jetzt weiß ich’s, denn in der Version, die sich auf meinem neuen Album befindet, singe ich mit mir selbst“.

Bestens gerüstet für das Live-Debüt von „In Symphony“, wird Albert Hammond am 21. Oktober 2016 gemeinsam mit dem Leipziger Symphonieorchester zu einer acht Stationen umfassenden Deutschland-Tour aufbrechen. „In Symphony“ hüllt das musikalische Lebenswerk Hammonds in angemessen-prachtvollen Klang. Und der Mann selbst kann sein Glück, von der Musik leben zu können, immer noch nicht fassen. „Mir geht’s nach wie vor nicht ums Geld“, sagt er. „Viel mehr freue ich mich immer noch darüber, all den vielen Menschen ein paar Glücksmomente bereitet haben zu können“. Fortsetzung folgt…

Tracks
1 It Never Rains in Southern California
2 I’m a Train
3 When I Need You
4 Give a Little Love
5 Alejate
6 To All the Girls I Loved Before
7 Estrellita
8 When You Tell Me That You Love Me / One Moment in Time (Medley)
9 Nothing’s Gonna Stop Us Now
10 Don’t Turn Around
11 The Free Electric Band
12 The Air That I Breathe

Albert Hammond „In Symphony“
BMG

You must be logged in to post a comment Login