Ane Brun “When I’m Free”

anebrunAuch wenn seit dem letzten Studioalbum bereits vier Jahre vergangen sind, war Brun keineswegs beschäftigungslos. Während sie seitdem nahezu konstant international tourte, veröffentlichte sie das Best Of „Songs 2003-2013“, eine „Rarities“-Sammlung sowie ein Live-Album. Darüber hinaus schrieb sie am UK Top5 Single Hit „Dr. Kucho! & Gregor Salto feat. Ane Brun – Can’t Stop Playing (Makes Me High)” mit.

“When I’m Free” wurde zu großen Teilen in Bruns Studio in Stockholm geschrieben. Dabei arbeitete sie auch zum Teil mit neuen Techniken, um den Songs eine noch eingängigere Rhythmik zu verpassen, ohne allerdings die, für sie zum Markenzeichen gewordene Intimität der Songs, zu reduzieren. War „Changing of the Seasons“ sehr durch Bonnie Price Billy’s „The Letting Go“ und ihr letztes Album „It All Starts With One” durch Künstler wie Ray Lamontagne, Nina Simone und Madonnas “Ray of Light” inspiriert, blickt sie auf “When I’m Free” auf die Musik ihrer Jugend: DJ Shadow, Charles Mingus und Lauryn Hill – ein Indiz dafür, dass Brun bereits als Kind einen erstaunlich breit gefächerten Musikgeschmack hatte. Gemeinsam mit Tobias Frömberg als Co-Producer, ließ Ane Brun den Songs die Zeit sich zu entwickeln und zu wachsen, bevor sie dann in ihrem eigenen Studio sowie im legendären Stockholmer Atlantis Studio und den GIG Studios (wo das letzte Album entstand) die Ästhetik der Platte herausarbeiteten.

Das Ergebnis ist ungewöhnlich anspruchsvoll und elegant und die Songs brillieren in den verschiedensten musikalischen Disziplinen: Vom Trip Hop orientierten „Directions“ zum magisch zerbrechlichen „All We Want Is Love“, vom östlich angehauchten „Shape Of Heart“ zum konfessionellen „Black Notebook“, über die umweltpolitischen Gedanken in „Better Than This“ bis hin zu geschlechterpolitische Themen in „You Lit my Fire“, werden die Stücke überzeugend von jenen Musikern dargeboten, die Brun auf ihren weltweiten Konzertreisen begleiten: Bassist Dan Berglund (ehem. Esbjörn Svensson Trio), Pianist Martin Hederos (The Soundtrack of our Lives), Drummer Andreas Werliin (Wildbirds & Peacedrums) und Gitarrist Johan Lindström welche ebenfalls als Intrumental-Gruppe Tonbruket zusammenarbeiten. Als weitere Gastmusiker sind Lars Skoglund (Lykke Li), Ola Hultgren, Tobias Gabrielsson, Linnea Olsson, Nina K, Sabina Ddumba und John Eriksson (Peter, Björn & John) zu hören.

Der Ursprung vom „When I’m Free“ liegt in der Absage ihrer 2012er Nordamerika-Tour im Vorprogramm von Peter Gabriel, die Brun aus gesundheitlichen Gründen nicht antreten konnte. Auch wenn sie früher schon mit Gesundheitsproblemen zu kämpfen hatte, kam sie dieses Mal zu einer Einsicht. „Eines Nachts wurde ich wach und fragte mich, wovor ich eigentlich Angst hatte. Es hilft keineswegs weiter, sich durchzuschleppen. Man muss Körper und Geist die Zeit geben, sich zu erholen. Als ich wieder auf dem Damm war, erlebte ich ein regelrechtes Hochgefühl. Ich tauschte meine Ängste und Sorgen in Dankbarkeit und dieses Gefühl blieb. Somit bin ich seit 2012 auf eine ganz andere Art in der Lage, das Leben zu meistern.“

„When I’m Free“ repräsentiert die musikalische Weiterentwicklung Ane Bruns vom akustischen Schreiben zum Beginn ihrer Karriere bis heute, wo sie viel spontaner und voller Leben klingt als jemals zuvor. Dazu kommt das stetig wachsende Vertrauen in ihre glockenklare Stimme und ein immer weiter ausgereiftes Songwriting, welches sie in Sphären vorstoßen lässt, die all jene erstaunen werden, die in ihr immer noch lediglich einen empfindlichen weiblichen Troubadour sehen.

Tracks
1. Hanging
2. Black Notebook
3. You Lit My Fire
4. Directions
5. Shape Of A Heart
6. Miss You More
7. All We Want Is Love
8. Still Waters
9. Better Than This
10. Signing Off

Ane Brun “When I’m Free”
Ballon Ranger Records

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