Ash My Love „Money“

ashmyAuf seinem Debütalbum gab sich das Wiener Duo Ash My Love noch ein Stelldichein mit Robert Johnson im fahlen Mondlicht auf der Wegkreuzung. Am aktuellen Album „Money“ hat sich ihr renitenter Blues-Punk den Bo-Diddley-Beat einverleibt. Und treibt es ganz schön bunt mit diabolischen Gospelgeistern. Frei nach dem Motto: Gott hat das Geld. Gott hat die Macht. Gott hat unseren Seelen. Und was haben wir davon?

Ash My Love hat auf jeden Fall den Rhythmus! Denn trotz allem Elend auf der Welt hilft es bekanntlich niemanden am Boden liegen zu bleiben. Ein ordentlicher Tritt in den Allerwertesten bringt richtig Schwung in die Bude. Diese Energie! Kaum zu glauben, dass es sich bei Ash My Love nur um ein Duo handelt. Andreas Dauböck (Drums, Gitarre, Gesang) und Ursula Winterauer (Bass, Gesang) dienen als gutes Beispiel für den alten Rock n Roll Grundsatz: Weniger ist mehr vorne. Reduktion und Konzentration sind schließlich die obersten Tugenden für gutes Songwriting.

Das Duo liefert damit einen dreckigen Gegenentwurf zur barocken Überfülle der digitalen Auto-Tune-Pop-Gegenwart. Konsequenterweise haben die beiden bei der Produktion von „Money“ komplett auf digitale Technologie verzichtet. Und zwar auf allen Ebenen. Von den Effektgeräten, über die Aufnahme auf Tonband bis zum Umschnitt auf Vinylplatte wurde alles nur mit Hilfe analoger Gerätschaften hergestellt. Ein nachträgliches Herumschneiden am Computer ist bei dieser Arbeitsweise nicht möglich. Die dadurch auferlegte Selbstbeschränkung hat ihnen dabei geholfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Energie, Ausdruck und möglichst direkter Sound.

Tracks
God’s Got It (3:12)
Bo! (3:36)
Mini (2:52)
Heathen (3:05)
Asleep (2:07)
Darling [Oh, My] (3:37)
Like The Devils (3:05)
Money (3:43)
My Prayers (3:12)
Buried Alive (1:49)

Ash My Love „Money“
Noise Appeal Records

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