Aswad – Live at Rockpalast – Cologne 1980

aswadIm Jahr des Aswad-Konzertes für den Rockpalast kam ein Film in die englischen Kinos, der das Leben jamaikanischer UK-Immigranten sowie deren Konfrontationen mit Polizei und National Front als Spielfilm inszenierte. Der Film hieß “Babylon” und war das Pendant zu Jamaikas “The Harder They Come”, über den der Doors-Drummer John Densmore sagt: „’The Harder They Come’ brachte die wichtigste Musik der 70er und 80er Jahre.

Reggae drehte den Beat um, setzte politische Texte darauf und bewirkte, dass die Menschen sich anders bewegten und anders dachten.“ Ursprünglich wurde “Babylon” von der BBC co-finanziert, die zog sich aber zurück, weil ihr das Thema zu brisant wurde. Der Plot war so heiß, dass bei der Premiere in London Blacks und Whites nur durch getrennte Türen Einlass in den Saal fanden. Der Hauptdarsteller von Babylon stammte aus Guyana und hieß Brinsley Forde. Er war der Leadsänger einer Band aus dem Westen Londons, die sich 1974 in der Gegend um Ladbroke Grove mit den Schlagzeuger Angus Gaye alias Drummie Zeb und drei weiteren Musikern, die in Köln schon nicht mehr dabei waren, gefunden hatte. Der Bandname stammte aus dem Arabischen und war gemeint als Statement: Aswad – Schwarz!

Als Aswad für die Rockpalast-Aufzeichnung im Studio-B des Westdeutschen Rundfunks auftrat, ahnte niemand, dass sie einmal Pop-Star-Status erlangen würden. Zu dem Zeitpunkt waren sie noch Teil der Londoner Punky Reggae Party, die Lee Perry 1977 mit einem Bob Marley Song ausgerufen hatte, bei dessen Aufnahme der 18jährige Drummie Zeb am Schlagzeug gesessen hatte. Aswad schlossen sich, so wie auch Steel Pulse oder Matumbi, der Koalition britischer Underdogs gegen den aufkeimenden Thatcherismus an und spielte zusammen mit Punk-Bands im Rahmen der Rock Against Racism Kampagne inselweit in Universitäten, Jugendheimen und Clubs.

Das Rockpalast-Konzert zeigt die Band in einem frühen Stadium, als sie erst zwei ihrer knapp 30 Alben aufgenommen hatte: vom Punk beeinflusst, rau und ungestüm, Jahre bevor sie neben Steel Pulse zur wichtigsten Reggae-Formation Britanniens aufstieg. – Helmut Philipps (September 2016)

Tracks
Only Jah Children 03:44
I A Rebel Soul 05:18
Back To Africa 05:35
Sons Of Criminals 06:35
Concrete Slaveship 04:45
Rainbow Culture 06:06
Not Guilty 07:25
Three Babylon 08:54
Natural Progression 09:33

Aswad – Live at Rockpalast – Cologne 1980
FSK 0 J.
ca. 60 Min.
MIG
Ton: PCM Stereo 2.0
NTSC – RC 0

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