Beweislast


Beweislast
Autor: Manfred Bomm; Seiten: 468, TB.; Verlag: Gmeiner Verlag; Preis: ? 9,90 (D)
ISBN 978-3-89977-705-5

Kommissar Häberles neuer Fall scheint klar: Der in einem abgeschiedenen Tal am Rande der Schwäbischen Alb tot aufgefundene Berater der Agentur für Arbeit wurde von einem seiner »Kunden« ermordet.

Eine ganze Reihe von Indizien, aber auch DNA-Spuren am Tatort, weisen zweifelsfrei auf Gerhard Ketschmar hin. Der 55-jährige Bauingenieur ist nach über einem Jahr erfolgloser Stellensuche psychisch und physisch am Ende und voller Hass, weil man ihn auf das Abstellgleis Hartz IV zu schieben droht. Doch während sein Prozess vor der Schwurgerichtskammer des Ulmer Landgerichts vorbereitet wird, kommen August Häberle erhebliche Zweifel.

Wird möglicherweise ein Unschuldiger zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt?

Autor
Manfred Bomm
, Jahrgang 1951, in einer Kleinstadt am Rande der Schwäbischen Alb lebend, ist als Journalist mit der Polizei- und Gerichtsarbeit eng verbunden. Mit seinen erfolgreichen »Kommissar Häberle«-Krimis gehört er zu den bekanntesten Autoren der deutschen Krimiszene.

Auch als Hörbuch erschienen. hier

Fazit
Können Krimis realitätsbezogen, in unsere aktuelle sozialpolitische Lage Deutschlands eingebettet spielen? Ja, dreimal ja, das zeigt der vorliegende Band von Manfred Bomm ?Beweislast?. Beweislast, das ist die Geschichte eines Fünfzigjährigen Menschen, einem aus der großen Gruppe in Deutschland, die anscheinend für den Arbeitsmarkt ?zu alt? ist, das ist die Gruppe von Menschen, oft sehr hoch qualifiziert, die plötzlich vor dem beruflichen Nichts steht, die nicht mehr ?gebraucht? wird und die nach kurzer Zeit in die löcherigen Netze des Harz IV Systems fällt. Menschen, die keinen Ausweg mehr sehen, einige fangen an zu trinken, andere resignieren, andere wiederum bekommen Wut.

Wut, die sich auf die Mitarbeitern der Agentur für Arbeit, auf die Arbeitgeber, die sie oft bei Bewerbungsgesprächen, wenn es zu solch einem überhaupt kommt, herabwürdigen, auf die Politiker, die immer wieder nur die gleiche Leier reden, die die Realität des arbeitenden Volkes überhaupt nicht mehr kennen, konzentriert. Wie schon gesagt, um einen Menschen aus dieser Gruppe, um dem 55-jährigen Bauingenieur Gerhard Ketschmar geht es in diesem Krimi.

Einfühlsam beschreibt Manfred Bomm die Gefühlslage und Situation von Gerhard Ketschmar und auch die seiner Familie. Er wird, ohne sein direktes Hinzutuen in eine Situation hineingezogen, die er bald nicht mehr kontrollieren kann und die ihn an den Rand seiner Lebenskraft bringt. Gleichzeitig beschreibt der Autor aber auch akribisch die Arbeit der Kriminalisten rund um den Kommissar Häberle, denen nach einiger Zeit Zweifel an ihren eigenen Untersuchungsergebnissen kommen.

Manfred Bomm spart im Laufe des Romans durch den Mund des Gerhard Ketschmar nicht mit der Kritik an der Harz IV Reform, an dem Jugendlichkeitswahn in der deutschen Industrie, an der oftmaligen Ohnmacht ja auch Unfähigkeit der Agentur für Arbeit, wenn es um die Behandlung und Betreuung ihrer ?Klienten? geht. Trotz dieser sozialpolitischen Komponente, ist der Krimi flüssig und spannend, nie zäh und ermüdend. Eben ein Krimi aus der Realität und davon können wir bestimmt viel mehr gebrauchen. (Bernd Kielmann)

HIER BESTELLEN

Print Friendly, PDF & Email

You must be logged in to post a comment Login

Beweislast


Beweislast
Autor: Manfred Bomm; Sprecher: Julian Mehne; 1 MP3-CD; 12:08 Std.; Verlag: Radioropa; Preis: ? 9,90 (D)
ISBN 978-3-866-67744-9

Kommissar Häberles neuer Fall scheint klar: Der in einem abgeschiedenen Tal am Rande der Schwäbischen Alb tot aufgefundene Berater der Agentur für Arbeit wurde von einem seiner »Kunden« ermordet. Eine ganze Reihe von Indizien, aber auch DNA-Spuren am Tatort, weisen zweifelsfrei auf Gerhard Ketschmar hin.

Der 55-jährige Bauingenieur ist nach über einem Jahr erfolgloser Stellensuche psychisch und physisch am Ende und voller Hass, weil man ihn auf das Abstellgleis Hartz IV zu schieben droht. Doch während sein Prozess vor der Schwurgerichtskammer des Ulmer Landgerichts vorbereitet wird, kommen August Häberle erhebliche Zweifel.

Wird möglicherweise ein Unschuldiger zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt?

Auch als Buch erschienen. hier

Fazit
Können Krimis realitätsbezogen, in unsere aktuelle sozialpolitische Lage Deutschlands eingebettet spielen? Ja, dreimal ja, das zeigt der vorliegende Band von Manfred Bomm ?Beweislast?. Beweislast, das ist die Geschichte eines Fünfzigjährigen Menschen, einem aus der großen Gruppe in Deutschland, die anscheinend für den Arbeitsmarkt ?zu alt? ist, das ist die Gruppe von Menschen, oft sehr hoch qualifiziert, die plötzlich vor dem beruflichen Nichts steht, die nicht mehr ?gebraucht? wird und die nach kurzer Zeit in die löcherigen Netze des Harz IV Systems fällt. Menschen, die keinen Ausweg mehr sehen, einige fangen an zu trinken, andere resignieren, andere wiederum bekommen Wut.

Wut, die sich auf die Mitarbeitern der Agentur für Arbeit, auf die Arbeitgeber, die sie oft bei Bewerbungsgesprächen, wenn es zu solch einem überhaupt kommt, herabwürdigen, auf die Politiker, die immer wieder nur die gleiche Leier reden, die die Realität des arbeitenden Volkes überhaupt nicht mehr kennen, konzentriert. Wie schon gesagt, um einen Menschen aus dieser Gruppe, um dem 55-jährigen Bauingenieur Gerhard Ketschmar geht es in diesem Krimi.

Einfühlsam beschreibt Manfred Bomm die Gefühlslage und Situation von Gerhard Ketschmar und auch die seiner Familie. Er wird, ohne sein direktes Hinzutuen in eine Situation hineingezogen, die er bald nicht mehr kontrollieren kann und die ihn an den Rand seiner Lebenskraft bringt. Gleichzeitig beschreibt der Autor aber auch akribisch die Arbeit der Kriminalisten rund um den Kommissar Häberle, denen nach einiger Zeit Zweifel an ihren eigenen Untersuchungsergebnissen kommen.

Manfred Bomm spart im Laufe des Romans durch den Mund des Gerhard Ketschmar nicht mit der Kritik an der Harz IV Reform, an dem Jugendlichkeitswahn in der deutschen Industrie, an der oftmaligen Ohnmacht ja auch Unfähigkeit der Agentur für Arbeit, wenn es um die Behandlung und Betreuung ihrer ?Klienten? geht. Trotz dieser sozialpolitischen Komponente, ist der Krimi flüssig und spannend, nie zäh und ermüdend. Eben ein Krimi aus der Realität und davon brauchen wir bestimmt viel mehr. Auch die Lesung von Julian Mehne trägt zu Atmosphäre des Romans positiv bei, gut interpretiert, nie einfach nur dahergelesen, sehr gut zu hören. Prima (Bernd Kielmann)

Autor
Manfred Bomm
, Jahrgang 1951, in einer Kleinstadt am Rande der Schwäbischen Alb lebend, ist als Journalist mit der Polizei- und Gerichtsarbeit eng verbunden. Mit seinen erfolgreichen »Kommissar Häberle«-Krimis gehört er zu den bekanntesten Autoren der deutschen Krimiszene.

HIER BESTELLEN

Print Friendly, PDF & Email

You must be logged in to post a comment Login