Blackberries „Greenwich Mean Time“

blackberriesStringente und lückenlose Lebensläufe voller aufeinander aufbauender Praktika sind ja mittlerweile eher out. Selbstfindung und „Alles mal ausprobieren“ heißt die Devise. Und die kann nicht immer nur auf ein Individuum übertragen werden, sondern auch auf eine ganze Band wie im Fall der Blackberries aus Solingen.

Bisher hat das Quartett eine EP und ein Album auf dem Kerbholz. Die erschienen beide bereits 2012 und stilmäßig fallen dem Hörer eher Bands aus der Brit-Pop-Welle ein. Gut 4 Jahre und einige Supportshows (u.a. für Bastille, Imagine Dragons, Miles Kane) später hat der Sound von Blackberries seine Metamorphosen durchlaufen, ist gereift, gewachsen. Genauso wie die 4 Jungs, die zwischen Studium, Ausbildung und Job immer an der Vision „Blackberries“ festgehalten haben.

Das Klanggewand des neuen Albums „Greenwich Mean Time“ (27.05.2016 Unique Records / Groove Attack / Believe Digital) ist daher nicht nur im Studio entstanden, sondern vielmehr auf der Bühne, denn die Gigs liefen weiter, nur für’s Rekorden blieb keine Zeit. Bis die neuen Songs so übermächtig und präsent wurden, dass man geradezu ins Studio geschupst wurde. Nicht nur die Songs riefen „Nehmt uns auf!!“, auch die fleißig erspielte Fanbase wollte was in den Händen halten, wollte die Song konserviert auf Platte für die heimische Stereoanlage.

Um den Studioaufenthalt kamen Blackberries also nicht rum. Die Songgerüste und Ideen waren schon längst da, so wurde weiter gezimmert, gemalt, ausgebessert und „Greenwich Mean Time“ erblickte das Licht der Welt. Ein Album voller Atmosphäre und Tiefe mit Hymnen an die großen und kleinen Pop Bands der Mid-Sechziger, an deutschen Krautrock und an den „Sound of Psychedelia“. Die Fusion dieser Einflüsse mit der eigenen Blackberries-Vision kreiert eine einzigartige pulsierende Energie, welche die Ohren mit viel Pop-Appeal, aber auch frickeligen Gitarren-und Orgelsolis versorgt. Live-Erfahrung, Fanbase und Album standen soweit. Doch für’s Blackberries-Happy-End fehlte noch ein Label, dem der Sound ebenso gefällt wie den Fans. Das fällt bekanntlich nicht einfach so vom Himmel. So mag es wohl ein glücklicher Zufall sein, dass die Jungs lediglich über ein Nebenprojekt des Blackberries-Sängers an Unique Records geraten sind. Vielleicht war es auch Schicksal. Anyway – was lange währt, wird endlich gut. Halleluja!

Tracks
1. Things Change
2. Kasbah
3. Flowers Paint The Sky
4. Mrs. Lavande
5. Slow Down
6. Demons
7. Sad Days
8. My Love Still Shines

Blackberries „Greenwich Mean Time“
Unique Records

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