Bonn im Blick


Bonn im Blick
Autor: Werner Großmann; Seiten: 288, broschur; Verlag: Das Neue Berlin; Preis: ? 14,90 (D)
ISBN 978-3-360-01905-9

Die DDR-Aufklärung aus der Sicht ihres letzten Chefs.

Werner Großmann gehörte zu den ersten Mitarbeitern des Außenpolitischen Nachrichtendienstes der DDR, aus dem später die Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) im Ministerium für Staatssicherheit entstand. Er wurde deren Chef, als Markus Wolf 1986 aus dem Dienst schied.

Dieser hatte mehr als drei Jahrzehnte die Auslandsaufklärung der DDR erfolgreich geleitet, woran auch sein Nachfolger maßgeblich beteiligt gewesen ist. Am 9. November 2006 verstarb Wolf. Nunmehr ist Großmann der namhafteste und hochrangigste lebende Exponent dieser Instititution, um die sich noch immer Legenden ranken.

Werner Großmann legte 2001 seine Erinnerungen vor. Seitdem hat sich der Geheimdienstdienstler weiter mit der Materie beschäftigt, sind Vorgänge publik geworden ? etwa 2003 die Übergabe der als »Rosenholz-Dateien« bekannten Personalunterlagen der HVA an Deutschland durch die USA ?, die Großmann veranlaßten, seine Memoiren zu ergänzen und zu überarbeiten.

Zugleich bringt er sich damit ein in die Auseinandersetzung über den Umgang mit dem DDR-Erbe und speziell mit dem MfS, die aktuell eine Zuspitzung erfahren hat. Denn wie sich zeigt, ist die Linie grobschlächtiger und ideologisch motivierter Kriminalisierung und Dämonisierung, wie sie von Vertretern von BStU oder Gedenkstätten verfolgt wird, zunehmend auch auf politischer Ebene umstritten.

Das meint sowohl Großmann als auch sein ehemaliger sowjetischer Kollege Wladimir Krjutschkow. In seinem Vorwort bescheinigt der ehemalige KGB-Chef, Großmann habe immer als deutscher Patriot und als Freund der Sowjetunion gehandelt. Wobei, das wird in Großmanns Erinnungen deutlich, der Verweis auf die deutsche Sache durchaus begründet ist: Alles haben sie den »Freunden« in Moskau doch nicht mitgeteilt.

Autor
Werner Großmann
, letzter Chef der HVA, geboren 1929, stammt aus der Gegend von Pirna, studierte 1949-51 an der TH Dresden Pädagogik, wurde FDJ-Funktionär, besuchte 1952 die Schule des außenpolitischen Nachrichtendienstes (APN). Großmann arbeitete in der von Markus Wolf geleiteten, später dem Ministerium für Staatssicherheit unterstellten Einheit von Anfang an. In der HVA machte er schnell Karriere, war Abteilungsleiter und Wolfs Stellverteter, bevor er 1986 Chef der HVA und stellvertretender Minister wurde.

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