Castro


Castro
ca. 72 Min.; Boll AG; Regie: Philip Selkirk
Ton: DD 2.0; PAL; RC 2

Zu Beginn des Films sagt Fidel Castro: „Ich kämpfe gern“. Fragt sich nur wie lange noch, denn Fidel Castros Zeit als letzter kommunistischer Staatschef alter Schule neigt sich dem Ende entgegen.

Zwar steht mit seinem Bruder Raul, dem kubanischen Militärchef, ein designierter Nachfolger bereit, doch internationale Beobachter sind sich einig: Stirbt Castro, wird die Demokratie auf Kuba kaum mehr aufzuhalten sein.

Diese Dokumentation fasst das Leben eines der letzten politischen Dinosaurier des Sozialismus zusammen: von seinem gescheiterten Putsch gegen das Unrechts-Regime seines Amtsvorgängers Batistas, der Machtergreifung im Jahr 1959, seiner einzigartigen Bedeutung für das Land, aber auch von seinen Grenzen, von seinen politischen Erfolgen, von seinen Schwächen, Fehleinschätzungen und Fehlleistungen, von seinem privaten und öffentlichen Leben, das eng verknüpft ist mit dem Schicksal Kubas.

Fazit
Leider wurde in diesem Film die Chance vertan, mal von der schon bekannten „Tonlage“ abzuweichen und die Themen Kuba, Fidel, USA, Revolution differenzierter, als durch die bekannte „Antikommunismus-Brille“, zu betrachten. Schweinbucht, Revolution, Kuba-Krise, wichtige Punkte in der Geschichte Kubas werden nur kurz angetickt, ohne etwas mehr über die Hintergründe zu bringen. Aussagen von Exilkubanern wie: „Castro war schon immer ein Kommunist“ wird durch die permanente Wiederholung nicht wahrer. Dieser Aussage widersprechen viele Biografen und Historiker. Wer die Realität der normalen Bevölkerung in den Staaten der 3. Welt, auch in Lateinamerika, kennt, der erst kann die Leistungen der kubanischen Revolution richtig einschätzen. Und dadurch ist und bleibt Kuba ein Dorn im Auge der USA und es wird mit der Propaganda gegen Kuba auch so weitergehen. Schon jetzt lagen die internationalen Beobachter, die Kubas Bevölkerung so gut kennen wollen, völlig falsch, als sie das baldige Ende der kubanischen Revolution, nachdem Fidel ins Krankenhaus eingeliefert wurde, herbei beschwörten. Sie vergessen völlig, das inzwischen auf Kuba eine neue Generation von Politikern und Wirtschaftsführern herangewachsen ist. (Bernd Kielmann)
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