Clowns „Nature/Nurture“

clownsEs gibt eine Band in Australien, die seit einigen Jahren mächtig Alarm in der Hardcore-Punk-Szene macht: Clowns aus Melbourne haben sich mit ihrem exzentrisch-zappeligen Sound erfolgreich zwischen The Bronx, Frank Carter und John Coffey gedrängelt. Die Band ist längst kein Geheimtipp mehr, wenn es um Hardcore-Punk mit rock’n’rolliger Wucht und maximal ausgeflippte Live-Shows geht. Jetzt erscheint ihr viertes Studioalbum „Nature/Nurture“ über Fat Wreck, das – soviel ist sicher – ihr bislang schärfstes ist.

Kängurus können nicht rückwärts laufen, und Clowns aus Melbourne offenbar auch nicht. Seit ihrer Gründung 2010 hat die Band nur weite Sprünge nach vorne gemacht: Auf ihren ersten beiden Studioalben, „l’rn Not Right“ (2012) und „Bad Blood“ (2015), zerlegten die Australier regelrecht alles, was ihnen an Instrumenten in die Finger kam und klangen wie eine wild gewordene Horde Beuteltiere, die zum ersten Mal mit The Bronx und John Coffey in Berührung kam. Auf „Lucid Again“ fuhren sie ihre Aggressivität zwei Jahre später etwas zurück und arrangierten die Songs melodiöser, komplexer und länger. Das dritte Album schaffte es auf Platz 2 im VISIONS Soundcheck und verschaffte der Band einen unfassbaren Auftritt auf dem Groezrock Festival.

Die wilde, unbändige Live-Energie der Australier ist ihre größte Stärke. Das haben sie längst auch bei intimen Club-Shows und auf großen Festivals wie dem Wacken Open Air oder Ruhrpott Rodeo im deutschsprachigen Raum oder bei Auftritten mit den Foo Fighters „down under“ bewiesen. Aber die Performance der Band lebt nicht nur von Sänger und Energiebündel Stevie Williams und seinen Mitstreitern allein, sondern geht Hand in Hand mit ihren kompromisslosen Songs. Für ihr viertes Studioalbum „Nature/Nurture“ haben Clowns die brutale Power ihrer frühen Jahre und die Überlegten Arrangements ihrer dritten Platte neu zusammengesetzt – und ihre bislang anspruchsvollsten, scharfkantigsten Songs geschrieben.

„Wenn wir uns neuer Musik annähern, schreiben wir nicht zweimal dasselbe Album“, sagt Gitarrist Jarrod Goon. „Wie für jedes Album, haben wir uns wieder die Zeit genommen, mit neuen Instrumenten zu experimentieren“, ergänzt auch Sänger Stevie Williams. „Wir haben zum Beispiel das Glück gehabt, den sehr talentierten David Balaban als Sitarist für den letzten Track „Nurture“ zu gewinnen. Der Song ist eigentlich schon ein paar Jahre alt, aber David hat ihm ganz neues Leben eingehaucht.“ Hinzu kommt, dass „Nature/Nurture“ das erste Album ist, das Clowns vollständig in ihrer aktuellen „und stärksten“ Formation geschrieben haben. „Es war aufregend zu sehen, welche neuen Elemente jedes Bandmitglied eingebracht hat“, erinnert sich Schlagzeuger Jake Laderman. „Wie Stevie und Hanny ihre Stimmen in wilden Duetts einsetzen, sticht auf der Platte sehr hervor.“

Clowns sind erst die zweite australische Band in 28 Jahren, die über Fat Wreck veröffentlichen und sich neben einflussreiche Szene-Schwergewichte wie NOFX, Descendents, Lagwagon und Against Me!einreihen. Die Band ist über die Zusammenarbeit mit dem renommierten Punk-Label sehr glücklich, dabei war es laut Williams eigentlich nur eine Frage der Zeit: ,,2016 haben wir zusammen mit NOFX in Lindau gespielt, und Fat Mike hat die Dusche in unserer Umkleide benutzt. Er wusste nicht, dass wir den Raum betreten hatten, rannte splitterfasernackt raus und wir bekamen alle sein Gemächt zu Gesicht. In dem Moment wusste ich: Irgendwann unterschreiben wir bei seinem Label und es ist passiert!“

Tracks
1. Bland is the new black
2. Soul for sale
3. Freezing in the sun
4. Nature
5. I wanna feel again
6. I shaved my legs for you
7. 1:19
8. Prick
9. Prey for us
10. May I be exhumed?
11. Nurture

Clowns „Nature/Nurture“
Fat Wreck

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