Das Buch der Ketzer

buchketzer„Das Buch der Ketzer“ erzählt von „verunglückten Heiligen“, wie Walter Nigg sie nennt. Mit großer Empathie schreibt er über Gottes- und Wahrheitssucher, die von der Kirche aus­gestoßen wurden oder sich von ihr getrennt haben. Darunter finden sich „Hexen“ und Katharer, aber auch berühmte Philosophen und Theologen, Literaten und Wissenschaftler.

Das Wort Augustins „Glaubt doch nicht, daß Ketzereien durch ein paar hergelaufene kleine Seelen entstehen könnten. Nur grosse Menschen haben Ketzereien hervorgebracht“ stellt Nigg seinem großen Geschichtswerk (erstmals erschienen 1949) voran. Er beschreibt darin 26 Ketzer, d. h. fromme, innerlich freie Gottes- und Wahrheitssucher, die sich von der Kirche getrennt haben oder von ihr ausgestoßen worden sind. Dabei steht nicht so sehr deren Leben, sondern deren Gedanken im Vordergrund: Origenes, Kaiser Julian, Meister Eckhart, John Wycliff, Johannes Hus, Martin Luther, Thomas Müntzer, Giordano Bruno, Spinoza, Pascal, Lessing, Tolstoi und viele andere mehr.

500 Jahre ist es her, dass Martin Luther seine Thesen in Wittenberg angeschlagen hat. Er war, wie die anderen der in diesem Buch porträtierten »Ketzer« auch, ein Suchender, der sich von der Kirche abgewandt hat, um neuen Ideen Gehör zu verschaffen.

Walter Nigg hat seine schriftstellerische Arbeit der Schilderung außerordentlicher Lebensläufe gewidmet. Sein Band Große Heilige gilt immer noch als Meisterwerk der Gattung. Neben Heiligen, Ordensgründern und Propheten porträtierte er aber auch Künstler, Dichter und Philosophen. Zu den Ketzern zählt Walter Nigg ganz unterschiedliche Persönlichkeiten wie zum Beispiel Meister Eckhart, Jan Hus, Martin Luther, Giordano Bruno, Baruch Spinoza, Blaise Pascal, Gotthold Ephraim Lessing, Leo Tolstoi und viele andere – Menschen also, die „zu den großen Wegbereitern neuer Ideen zählen und von ihrer Zeit oft noch nicht begriffen werden.“

Autor
Walter Nigg, 1903 in Luzern geboren, studierte in Göttingen, Leipzig und Zürich Philosophie und Theologie. 1940 wurde er Professor für Kirchengeschichte in Zürich und wirkte nebenbei als protestantischer Pfarrer im zürcherischen Dänikon, wo er 1988 starb. Den größten Teil seiner schriftstellerischen Arbeit widmete er der Heiligenschilderung. Sein Hauptwerk „Große Heilige“ gilt immer noch als Meisterwerk der Gattung. Neben Heiligen, Ordensgründern, Propheten und Mystikern handeln seine Bücher auch von Künstlern und Dichtern und nicht zuletzt von Ketzern, die er als „verunglückte Heilige“ verstand und deren Wert als Korrektiv zur Kirche er unterstrich. Denn der Mensch, der die Nähe Gottes sucht, steht im Mittelpunkt seiner Bücher, die sich durch ihre packende und zugleich poetische Sprache, ihre Wissenschaftlichkeit und ökumenische Grundhaltung auszeichnen.

Das Buch der Ketzer
Autor: Walter Nigg
608 Seiten, gebunden
Diogenes
Euro 30,00 (D)
Euro 30,90 (A)
sFr 40,00 (UVP)
ISBN 978-3-257-06993-8

Print Friendly, PDF & Email

You must be logged in to post a comment Login