Der zweite Reiter

Der zweite Reiter von Alex BeerZwar herrscht endlich Frieden, doch nachdem Kaiser Karl I. Schönbrunn verließ und die Republik Österreich ausgerufen wurde, ist die Lage in Wien mehr als katastrophal. Schlimme Versorgungsengpässe sowie ein kalter Winter lassen den Großteil der Bevölkerung ins Elend abrutschen, während sich andere daran bereichern. Deshalb wird Polizeiagent August Emmerich beauftragt, einen Schwarzhändlerring aufzudecken. Selbst durch einen schmerzenden Granatsplitter im Bein körperlich beeinträchtigt, zeichnet sich Emmerich vor allem durch seinen unbeirrbaren und hartnäckigen Spürsinn aus, gepaart mit treffsicherem Instinkt und einer guten Portion Galgenhumor. Ihn treibt die Hoffnung an, sich für die für Mordfälle zuständige Abteilung „Leib und Leben“ der Wiener Polizei zu qualifizieren. Nun wird dem Einzelgänger Emmerich ausgerechnet der jüngste Spross einer reichen Wiener Familie als Assistent zur Seite gestellt: Ferdinand Winter – der seine Mühen hat, mit Emmerichs eigenwilligen Arbeitsmethoden Schritt zu halten.

Selbstmörder sind in dieser hoffnungslosen Zeit keine Seltenheit, doch fallen Emmerich bei dem aufgefundenen Toten Details ins Auge, die einen Selbstmord ausschließen. Dennoch verlangt sein Vorgesetzter, dass er den Fall schließt und weiter den Schwarzmarkt observiert. Immer den ersehnten Aufstieg zu „Leib und Leben“ im Blick, stellt Emmerich natürlich auf eigene Faust weitere Nachforschungen an. Dabei ist immer der unerfahrene Winter an seiner Seite, der vom tolpatschigen Anfänger zum cleveren Gehilfen mutiert und Emmerich mehr als einmal aus der Klemme hilft. Ihre Ermittlungen führen die beiden in die dunkelsten Gassen Wiens, in zwielichtige Etablissements, verbrecherische Auswanderungsbüros – und in die Kanalisation, wo sie tatsächlich den Drahtzieher des Schwarzhandels ausfindig machen: Es ist kein Geringerer als Veit Kolja, August Emmerichs Rivale aus gemeinsamen Kindheitstagen im Waisenhaus.

Auf den ersten Toten folgen weitere nach. Emmerich ahnt, dass es eine Verbindung zwischen den Ermordeten geben muss und ruht nicht eher, bis er entdeckt, dass sie alle bei der Schlacht um Lemberg in der gleichen Kompanie dienten. Je tiefer Emmerich in der Vergangenheit gräbt, desto mehr verfängt sich sein eigenes Leben in einer Abwärtsspirale: Seine schmerzhafte Kriegsverletzung treibt ihn in die Heroinsucht, der als gefallen geglaubte Ehemann seiner Lebensgefährtin kehrt zurück und er verlässt die gemeinsame Wohnung.

Zuletzt wird ihm die Dienstwaffe geklaut und damit ein Mord verübt – der unweigerlich Emmerich angelastet wird und sogar seine Verhaftung zur Folge hat. Um seine Unschuld zu beweisen und die Morde aufzudecken, muss er aus dem Gefängnis fliehen und untertauchen – und dabei kann ihm nur sein Erzfeind Veit Kolja helfen, der über die richtigen zwielichtigen Kontakte verfügt.

Sprecher
Cornelius Obonya
, 1969 in Wien geboren, stammt aus einer Schauspielerfamilie. Seine Eltern sind Elisabeth Orth-Obonya und Hanns Obonya (gest. 1978), seine Großeltern mütterlicherseits waren Paula Wessely und Attila Hörbiger. Den Großteil seiner Schauspielausbildung absolvierte er bei dem Kabarettisten Gerhard Bronner, ehe er 1989 ans Wiener Volkstheater engagiert wurde. Es folgten Auftritte in der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin und am Wiener Burgtheater. Von 2013 bis 2016 verkörperte Obonya den Jedermann bei den Salzburger Festspielen. Auf der Kinoleinwand war er zuletzt als „Konrad“ in Die Trapp Familie-ein Leben für die Musik zu sehen. Er wirkte auch in zahlreichen TV-Produktionen mit, u.a. in den Krimi-Serien Tatort und CopStories, sowie in TV-Filmen wie Polt oder Die Hebamme.


Autorin
Alex Beer
stammt aus Bregenz. Nach einem Studium der Archäologie und mehreren Stationen im Ausland lebt die Autorin nun in Wien. Der Zweite Reiter ist der Auftakt ihrer Krimi-Reihe um den Polizeiagenten August Emmerich. Neben den packend gezeichneten Charakteren des Kriminalromans erweckt Alex Beer das Wien von 1919 atmosphärisch dicht zum Leben.

Der zweite Reiter
Autorin: Alex Beer
Sprecher: Cornelius Obonya
5 CDs – ca. 395 Min.
gekürzte Lesung
Random House
Euro 19,99 (D)
Euro 22,50 (A)
sFr 28,50 (UVP)
ISBN 978-3-8371-3804-7

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