DeSerter „The Good Life“


DeSerter „The Good Life“
Membran

DeSerter bedeutet: Abtrünniger, Fahnenflüchtiger. DeSerter ist neu und anders. Eigenständig, autonom, unabhängig. Frei, neue Wege zu gehen. Frei aber auch, aufzugreifen, was bisher geschah und frei, zu verbinden, was vielen als unvereinbar gilt.

Wer Vergleiche sucht, findet sie überall und nirgends: In den Protestbewegungen der Sechziger, bei den Singer/Songwritern der Siebziger, aus Punk entstandener New Wave der Achtziger über 118 bis 122 BpM der Neunziger bis hin zu den postmodernen Auflösungserscheinungen der Gegenwart.

Der Ekklektizismus wird formal begrenzt durch Unverwechselbarkeit als Sänger und Songschreiber. Die Beliebigkeit des Inhalts wird vermieden durch den Mut zur Botschaft: Die allseits verpönte Message wird in die Popmusik reimportiert, aber ohne lästige Großschnäuzigkeit oder wohlfeilen Weltschmerz. An deren Stelle treten Verbindlichkeit, Authentizität und eine Auseinandersetzung mit Themen dieser Zeit oder schlicht jeder Zeit.

Zugleich geht es um die Rückbesinnung auf den ursprünglichen Ansatz: Rock n Roll, Rock, Pop als Rebellion oder zumindest Aufbegehren des Individuums gegen den Gleichschritt (gleich ob politisch oder von einem imaginären Markt diktiert), andererseits die konsequente Ersetzung des Handgeschnitzten durch die Nutzung der digitalen Möglichkeiten.

Denn DeSerter steht auch für ein einfaches Konzept: Keep it simple lautet die Devise. Ein Mensch mit einem Mikrophon und einem Rechner, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Wenn man so will: Ein Singer/Songwriter mit dem Laptop in der Hand. DeSerter fordert also auch zur Nachahmung auf: So kann jedes Kind seine/ihre Idee von Musik schnell, einfach und mit extrem niedrigen Kosten verwirklichen.

Das ist natürlich kein Dogma: Mit der Gitarre geht es auch. Aber: Wir leben im 21. Jahrhundert. Die CPU schafft dem Einzelnen neuen Raum und neue Freiheiten für den direkten, unverfälschten, kompromisslosen Ausdruck der eigenen Gefühle und Gedanken. Für den eigenen Song. Das ist nicht der einzige Weg zur Renaissance der Idee von Pop/Rock/Rock n Roll, die jenseits aller Stile und Moden immer die gleiche geblieben ist. Aber es ist immerhin ein Weg.

Tracks
1. First World Third
2. Pictures of Me
3. On a Moonlit Day
4. Über Weites Land / Great Wide Plain
5. (We Have Always Known The) Dreams of Cpus
6. Those Last Days of Summer
7. Tomorrow Ill Be Gone
8. The Human Condition (Die Stadt Schläft Noch)
9. The Good Life
10. The Art of Falling
11. First World Third ((Single Edit))

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