Die große Verblendung

Die grosse Verblendung von Amitav Ghosh“Die Natur macht keine Sprünge.” Unter dem Fixstern dieses Diktums, so Ghosh, kamen sowohl die Naturwissenschaft wie auch der Roman zur Welt. Neben ihrer Geburtsstunde ist diesen Zwillingen gemein, dass sie den Planeten Erde als bewegliche, aber letztlich unbewegte Kulisse betrachten.

Der Klimawandel mit seinen gewaltsamen Ausbrüchen und kaum vorhersehbaren Wendungen widersetzt sich der Rolle, die wir der Natur in der Kunst und in der Wissenschaft zugewiesen haben, und so ist es laut Ghosh nur folgerichtig, dass die Literatur und mit ihr die gesamte westliche Welt ins Zeitalter der großen Verblendung eingetreten ist.

Um neue Blickwinkel zu öffnen, wendet sich Ghosh in seinem Essay von gewohnten Pfaden der Beschreibungen und Erklärungen ab – vom modernen Roman hin zu Lyrik und jahrhundertealten Erzähltraditionen, von einstudierter Kapitalismuskritik hin zur Weltgeschichte der Imperien, von der moralischen Verantwortung des Einzelnen hin zu einem neuen, alten Geist des kollektiven Ganzen.

Autor
Amitav Ghosh
wurde 1956 in Kalkutta geboren und studierte Geschichte und Sozialanthropologie in Neu-Delhi. Nach seiner Promotion in Oxford unterrichtete er an verschiedenen Universitäten. Mit Der Glaspalast (Blessing, 2000) gelang dem schon vielfach ausgezeichneten Autor weltweit der große Durchbruch. 2006 legte er den Essayband Zeiten des Glücks im Unglück (Blessing) vor. Zuletzt erschien seine Romantrilogie Das mohnrote Meer (2008), Der rauchblaue Fluss (2012) und Die Flut des Feuers (2016) bei Blessing. Ghosh lebt in Indien und den USA.

Die große Verblendung
Autor: Amitav Ghosh
256 Seiten, gebunden
Blessing
Euro 22,99 (D)
Euro 23,70 (A)
sFr 30,90 (UVP)
ISBN 978-3-89667-584-2

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