Die narzisstische Volksgemeinschaft

dienarzisstischeDie Ostfront, 31. Januar 1944: Ein deutsches Bataillon wird von der Roten Armee überrannt, der Kommandeur fällt im Kampf. Es ist Theodor Habicht, einer der ranghöchsten Nationalsozialisten, die als Offiziere den „Heldentod“ sterben.

Er hinterließ ein einzigartiges Tagebuch, das für den Historiker Felix Römer Ausgangspunkt einer ungewöhnlichen Biographie ist. Sie offenbart tiefe, zuweilen verstörende Einblicke in die Gedankenwelt eines überzeugten Nationalsozialisten und Wehrmachtoffiziers. Vor allem entdeckt Felix Römer bei Habicht eine enorme Selbstbezogenheit, die ihn in allen Lebensphasen leitete – ein Narzissmus, der auch die NS-Gesellschaft insgesamt prägte.

Felix Römer erzählt eine Geschichte von Machtspielen und Korruption, beschreibt den Aufstieg der NSDAP, das Agieren der NS-Führer und ihre Mentalität. Er bietet eine unmittelbare Nahsicht auf den Alltag an der Ostfront und in die Innenwelt eines überzeugten Kriegers. Fassungslos liest man, wie Habicht sich selbst sah und mit männerbündischer Heiterkeit von Gewalt und Tod erzählt.

Autor
Felix Römer
, geboren 1978, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in London. Er studierte in Kiel, Lyon und Freiburg, 2007 wurde er promoviert. Von 2008 bis 2012 war er Projektmitarbeiter an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seine Bücher ›Der Kommissarbefehl. Wehrmacht und NS-Verbrechen an der Ostfront‹ (2008) und ›Kameraden. Die Wehrmacht von innen‹ (2012) fanden ein großes Echo in den Medien.

Die narzisstische Volksgemeinschaft
Autor: Felix Römer
400 Seiten, gebunden
S. Fischer
Euro 26,00 (D)
Euro 26,80 (A)
ISBN 978-3-10-397284-9

Print Friendly, PDF & Email

You must be logged in to post a comment Login