Die Päpstin


Die Päpstin
FSK 12 J.
142 Min.
Constantin Film
Regie: Sönke Wortmann
Darsteller: Johanna Wokalek, David Wenham, John Goodman, Ian Glen
Ton: DD 5.1 – Deutsch, Englisch
PAL – RC 2

Sönke Wortmanns beeindruckende Bestsellerverfilmung!

Ihre Existenz war ein Geheimnis, ihr Name wurde aus den Geschichtsbüchern getilgt. Dennoch wurde das Leben der Johanna, die als Papst Johannes Anglicus im 9. Jahrhundert die katholische Kirche lenkte, zur Legende. Im Jahr 814 n. Chr. wird Johanna geboren.

Bereits in jungen Jahren lehnt sie sich auf gegen den ihr vorbestimmten und eingeschränkten Weg als Frau. Sie ist davon überzeugt, dass Gott für sie eine andere Bestimmung vorgesehen hat. Schließlich verliebt sie sich in den Edelmann Gerold (David Wenham). Während er in den Krieg zieht, besinnt sie sich auf ihre innere Stimme und tritt unter dem Namen Johannes als Mann verkleidet ins Benediktinerkloster ein.

Sie wird Arzt, geht nach Rom und steigt in der Gunst des Heiligen Vaters (John Goodman) und somit auch in der kirchlichen Hierarchie immer weiter auf. Bis sie schließlich selbst zum höchsten aller Würdenträger ? dem Papst ernannt wird. Den berühmten Weltbestseller von Donna Woolfolk Cross verfilmte Erfolgsregisseur Sönke Wortmann als packendes Historienepos mit großen nationalen und internationalen Stars.

Extras:
– Making of
– Darstellerinfos
– Audiokommentar
Fazit:
Eine Frau als Oberhaupt der katholischen Kirche… Wenn das zur jetzigen Zeit undenkbar ist, was soll man dann dazu im 9. Jahrhundert sagen? Aber in diesem Film wird uns gezeigt dass es schon möglich wäre. Erzählt wird sie von Arnaldo, dem Bischof von Paris, im Jahr 887 nach Christus.

Schon als kleines Kind war Johanna sehr lernbegierig und überredete ihren Bruder Matthias, ihr das Lesen und Schreiben beizubringen. Als er jedoch starb, hatte sie niemanden mehr, von dem sie lernen konnte, bis der Gelehrte Aesculaptius erschien und, fasziniert von der Intelligenz des Mädchens, entschloss es zu unterrichten. Der Vater, ein Dorfprediger, erlaubt es jedoch nie, zur Domschule zu gehen. Denn er ist überzeugt davon, dass es abartig für eine Frau ist, auch nur lesen und schreiben zu können. Eine Frau hat den Haushalt zu machen und muss gezüchtigt werden, wenn sie ihren Kindern nachts Märchen erzählt anstelle von biblischen Geschichten. Johanna schafft es, zusammen mit ihrem Bruder in der Domschule aufgenommen zu werden, was auch dort nicht von allen mit Wohlwollen gesehen wird. Besonders der Lehrer Odo ist ueber ihre Aufnahme verärgert. Bei dem Ritter Gerold findet sie ein Zuhause, auch wenn seine Frau dagegen ist.

Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine Liebe zwischen Gerold und Johanna, die zu einem Kuss an einem See führt. Aus diesem Grund will Gerolds Frau sie schnell mit irgendeinem Mann verheiraten. Ein Massaker in der Kirche, bei dem Johanna die einzige Überlebende ist und ihr Bruder sowie Gerolds Familie stirbt, verhindert diese Hochzeit jedoch. Sie flieht und kommt als Mann verkleidet im Kloster in Fulda unter. Ihr Leben als Mann beginnt. Aber auch hier muss sie fliehen, als ihr droht aufzufliegen, da sie ein Fieber bekommen hat und man sie für die Behandlung ausziehen müsste. Sie wird von einem Jungen aufgenommen, dessen Familie sie vor einiger Zeit geholfen hatte. Sie hätte bei ihm bleiben können, aber das einfache Leben auf einem Bauernhof ist nichts für sie… Sie will zurück zu ihrem Leben als Mann, und so zieht sie wieder ihre Männerkleidung an und zieht weiter nach Rom.

Dort macht sie sich einen Namen als Medikus, und als der Papst sehr wird, wird sie gerufen, um ihn zu behandeln. Sie und der Papst freunden sich immer mehr an und als er später stirbt, wird sie zum neuen Papst gewählt. Gerade zu dieser Zeit erscheint Gerold wieder, den das Leben ebenfalls nach Rom gebracht hat. Er hält um Johannas Hand an, möchte ihr ein gutes Leben abseits von den Intrigen, die in Rom herrschen, bieten. Sie kann sich jedoch immer noch kein Leben als Frau für sich vorstellen.

Der Zuschauer kann es ihr nicht übelnehmen, denn so wie das Leben einer Frau im Film dargestellt wird, würde man es niemals freiwillig wählen. Ihre Mutter wurde geschlagen und vergewaltigt vom eigenen Mann, hatte kein Recht auf eigene Meinung. Selbst Gerolds Frau wirkt nur wie ein Schmuckstück, das nicht mal mitbestimmen darf, wer mit in ihrem Haus wohnt. So kann man es gut verstehen, dass Johanna trotz der vielen Gefahren weiterhin als Papst leben will und sich lieber nur heimlich mit Gerold trifft. Aber ihre Liebe ist die größte Gefahr für sie.

Man merkt wahrscheinlich an dieser Zusammenfassung, dass es im Film eher den Anschein hat, dass sie aus sozialpolitischen Gründen ihren Weg gewählt hat, und nicht unbedingt wegen ihrem Glauben. Ihre Bibelinterpretationen sind gut und überzeugend formuliert und sehr neu für die Männer, die sie unterrichten. Es fehlt aber die Leidenschaft für den Glauben, die man von jemanden erwarten würde, der diesen Weg geht.

Sönke Wortman ist ein sehr spannender und gefühlvoller Film gelungen. Einerseits ist Aktion vorhanden. Andererseits stellt der Film auch Johannas außergewöhnliche Intelligenz und Bibelverständnis sehr gut dar und versteht es, dem Zuschauer ihre Entscheidungen und ihren Lebensweg sehr gut zu veranschaulichen. Allerdings ist es schade, dass von dem ganzen Intrigen-Wirrwarr in Rom nur sehr oberflächlich angeschnitten wird, dass sie einen Neider hat. Genauso wird nur kurz angerissen, was für große Veränderungen sie zum Vorteil der Frauen bei der Kirche durchsetzte. Insgesamt ist die Zeit, nach der der Film genannt ist, nämlich ihre Zeit als Päpstin nur ein kleiner Teil, während ihre Kindheit und Jugend umso mehr gezeigt wird.

Auch ist es schade, dass Johanna (ab dem Moment, in dem sie erwachsen ist) und Gerold im Laufe der Zeit kein Stück zu altern scheinen, und es dann schwierig wird nachzuvollziehen, dass zwischen Kloster und Papstamt doch etliche Jahre vergangen sind.

Dafür sind die Kostüme und Kulissen umso beeindruckender und machen den Film zu einen wirklich schönen Historienfilm. Noch spannender wird die ganze Story durch die geniale Besetzung. Man sieht, wie der edle Ritter ?Faramir? (David Wenham, ?Herr der Ringe?) wieder als Gerold sein Schwert schwingt, John Goodman einen schelmischen und herzlichen Papst spielt, Ian Glen ein etwas fanatischen Dorfprediger ist, Anatole Taubmann seine fiesen Intrigen spinnt und last but not least Johanna Wokalek eine authentische und trotz allem auch weibliche Johanna, alias Papst Johannes Anglicus personifiziert. (Sandra Kielmann)

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Die Päpste


Die Päpste
Autor: Hans-Christian Huf
Seiten: 287, broschur, farbig
List
? 12,95 (D), ? 13,40 (A), sFr 23,90 (UVP)
ISBN 978-3-548-60900-3

Wie waren sie wirklich, die Herrscher des Vatikan? Das Buch zum TV-Mehrteiler enthüllt die andere Seite der Stellvertreter Christi. Es zeigt sie nicht nur als Machtpolitiker und Kriegsherren, sondern auch als Familienmenschen und leidenschaftliche Liebhaber – von Kunst und Wissenschaft.

Das Buch zum großen Mehrteiler im ZDF. Hans-Christian Huf, geboren 1956 in Starnberg, studierte Geschichte und Politik in Deutschland und Frankreich. Er ist beim ZDF verantwortlich für zahlreiche erfolgreiche Prime-Time-Reihen, historisch-politische und kulturwissenschaftliche Sendungen.

Seine Bücher zu den Serien sind Bestseller. Zuletzt erschienen. “Das Bibelrätsel-Gehimnisse der Heiligen Schrift”, 2005; “Imperium II-Vom Aufstieg und Fall großer Reiche”, 2006 und “Giganten-Große Wegbereiter der Moderne”, 2007.

Die Geschichte der Stellvertreter Christi ist die Geschichte des Abendlandes. Das Buch spannt einen weiten Bogen von den legendären Anfängen des Papsttums bis zu seiner Verankerung im modernen Europa. Ausführlich wird das Ringen zwischen Kaisern, Königen und Päpsten um die Macht geschildert – vom demütigen Gang nach Canossa über die dramatische Plünderung Roms durch deutsche Landsknechte bis zur triumphalen Errichtung des Petersdoms.

Die Autoren präsentieren die neuesten Erkenntnisse der archäologischen Forschung über das legendäre Grab Petri. Mit detektivischem Spürsinn erzählen sie, welche Rolle Sixtus IV. beim Mordkomplott gegen die Medici spielte. Sie lassen hautnah nachvollziehen, wie Leo X. taktierte, als Luther das Papsttum verdammte.

Die Akteure auf dem Heiligen Stuhl erscheinen als Menschen aus Fleisch und Blut, die einen schwierigen Weg zwischen ihrer geistlichen Berufung und ihrem weltlichen Erbe gehen.

Autor
Hans-Christian Huf
, geboren 1956 in Starnberg, studierte Geschichte und Politik in Deutschland und Frankreich. Er ist beim ZDF verantwortlich für zahlreiche erfolgreiche Prime-Time-Reihen, historisch-politische und kulturwissenschaftliche Sendungen. Seine Bücher zu den Serien sind Bestseller. Zuletzt erschienen: Das Bibelrätsel – Geheimnisse der Heiligen Schrift. 2005; Imperium II – Vom Aufstieg und Fall großer Reiche, 2006 und Giganten – Große Wegbereiter der Moderne, 2007.

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Die Päpste


Die Päpste
Autor: Hans-Christian Huf; Seiten: 288, gebunden, mit vielen Abb.
Verlag: Ullstein
Preis: ? 24,90 (D), ? 25,60 (A), sFr 44,90 (UVP)
ISBN 3-550-08693-8

Wie waren sie wirklich, die Herrscher des Vatikan? Das Buch zum TV-Mehrteiler enthüllt die andere Seite der Stellvertreter Christi. Es zeigt sie nicht nur als Machtpolitiker und Kriegsherren, sondern auch als Familienmenschen und leidenschaftliche Liebhaber – von Kunst und Wissenschaft.

Das Buch zum großen Mehrteiler im ZDF. Hans-Christian Huf, geboren 1956 in Starnberg, studierte Geschichte und Politik in Deutschland und Frankreich. Er ist beim ZDF verantwortlich für zahlreiche erfolgreiche Prime-Time-Reihen, historisch-politische und kulturwissenschaftliche Sendungen.

Seine Bücher zu den Serien sind Bestseller. Zuletzt erschienen. “Das Bibelrätsel-Gehimnisse der Heiligen Schrift”, 2005; “Imperium II-Vom Aufstieg und Fall großer Reiche”, 2006 und “Giganten-Große Wegbereiter der Moderne”, 2007.

Die Geschichte der Stellvertreter Christi ist die Geschichte des Abendlandes. Das Buch spannt einen weiten Bogen von den legendären Anfängen des Papsttums bis zu seiner Verankerung im modernen Europa. Ausführlich wird das Ringen zwischen Kaisern, Königen und Päpsten um die Macht geschildert – vom demütigen Gang nach Canossa über die dramatische Plünderung Roms durch deutsche Landsknechte bis zur triumphalen Errichtung des Petersdoms.

Die Autoren präsentieren die neuesten Erkenntnisse der archäologischen Forschung über das legendäre Grab Petri. Mit detektivischem Spürsinn erzählen sie, welche Rolle Sixtus IV. beim Mordkomplott gegen die Medici spielte. Sie lassen hautnah nachvollziehen, wie Leo X. taktierte, als Luther das Papsttum verdammte.

Die Akteure auf dem Heiligen Stuhl erscheinen als Menschen aus Fleisch und Blut, die einen schwierigen Weg zwischen ihrer geistlichen Berufung und ihrem weltlichen Erbe gehen.

Autor
Hans-Christian Huf
, geboren 1956 in Starnberg, studierte Geschichte und Politik in Deutschland und Frankreich. Er ist beim ZDF verantwortlich für zahlreiche erfolgreiche Prime-Time-Reihen, historisch-politische und kulturwissenschaftliche Sendungen. Seine Bücher zu den Serien sind Bestseller. Zuletzt erschienen: Das Bibelrätsel – Geheimnisse der Heiligen Schrift. 2005; Imperium II – Vom Aufstieg und Fall großer Reiche, 2006 und Giganten – Große Wegbereiter der Moderne, 2007.

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