Dirk Darmstaedter „Beautiful Criminals“

dirkdarmstaedter„Beautiful Criminals“ ist eine verspielte Pop-Platte mit einem Schuss Melancholie geworden. Sie erzählt von den heilenden Kräften der „Pop Guitars“ und den längst vergangenen Nächten mit den „Summer Camp Girls“. Es ist Dirk Darmstaedters zweites Album nach seinem Abschied von Tapete Records, das er fast schon mit jugendlichem Elan produziert hat: „Es spielt mit so einer Teenager-Ästhetik… mit der heutige Teenager jedoch wahrscheinlich eher weniger anfangen können. Aber von meiner Warte aus gesehen funktioniert es“, schmunzelt der ehemalige Sänger der Jeremy Days. So entführt das Album in Tagträume, in denen man in die Welt eines ehrenvollen Gauners unter der Sonne von Monte Carlo abtaucht, einer von den „Beautiful Criminals“ wird.

Vor zwei Jahren hatte sich Darmstaedter von seinem Label tapete records verabschiedet, das er 2002 mit gegründet und zu einem der erfolgreichsten deutschen Indie-Labels gemacht hatte. Ziel war es, sich wieder völlig auf die eigene Musik konzentrieren zu können. „Das ist einfach auch das Schönste was es für mich im Leben gibt: an Songs rumzuschrauben. Es ist die Erfüllung, das wirklich Wichtige“, schwärmt er von den Aufnahmen, die zum großen Teil in seinem Up In The Attic Studio, auf dem heimischen Dachboden, stattfanden.

Das Grundgerüst der neuen Lieder kreierte er zusammen mit seinen langjährigen Wegbegleitern Lars Plogschties an den Drums und Ben Schadow am Bass. Dazu kommt dann Dirk Darmstaedter an Gitarren, Ukulelen, alten Analog-Synthesizern, aber auch am Mellotron. „Mir bringt Platten aufzunehmen unheimlich viel Spaß. Das Experimentieren mit Sounds, das Ausprobieren“, erzählt Darmstaedter: „Beim letzten Album ging es um einen Bandsound. Das ist dieses Mal völlig anders. Diese Platte hat den Sound, der entsteht, wenn ich bei mir zuhause lange genug Zeit habe, Dinge auszuprobieren.“

Darmstaedter genießt die neue Freiheit als genuiner ´Jäger des großen Popsongs´ im Sinne Lee Hazlewoods oder Paddy McAloons von Prefab Sprout. „Man ordnet alles dem Song unter, immer auf der Suche nach den großen Emotionen und den großartigen Sounds, bis man in einem Phil-Spector´schen Kosmos verschwindet, in dem vielleicht nur noch ich und Ben und Lars verstehen was zur Hölle ich eigentlich vor habe.“ Dabei steht am Ende keine Erfolgsformel im Vordergrund, sondern der eigene Instinkt. „Das klingt natürlich nach einer Binsenweisheit“, rollt Darmstaedter mit den Augen: „alles lässt sich ja auf so kleine griffige Formeln wie ´Mach dein Ding´ reduzieren. Aber man muss auch erst mal da hinkommen und das so durchziehen; und auch etwas erlebt haben.“ So wie zum Beispiel die Szene im Lied „Pop Guitars“, die erzählt wie Darmstaedter in den Achtzigern „This Charming Man“ von The Smiths im Radio hörte und plötzlich wusste, wohin er gehört.

Tracks
1. This Is Where I Leave You
2. Pop Guitars
3. Summer Camp Girls
4. Five Years
5. Sing The Newspaper
6. Landscapes
7. Beautiful Criminals
8. Pages
9. Honey
10. Where The Wild Things Are
11. Cal
12. You Hold The Key
13. Where Do We Go From Here?

Dirk Darmstaedter „Beautiful Criminals“
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