Ein Haus in Bali

einhausdinDer Klassiker über Balis Kultur und Zauber.

Als Colin McPhee die Insel betrat, verfiel er ihr und wurde im Laufe der Jahre mit ihr und ihren Menschen auf einzigartige Weise vertraut. Er wurde zum größten Kenner balinesischer Musik und Kultur. Er erzählt vom Abenteuer, in Bali ein Haus bauen zu wollen. Dabei entsteht ein Bild von den Menschen und den Geistern, von Traditionen und Tanz, Spiritualität, Essen und Riten und natürlich der Musik.

»A House in Bali« gilt als Klassiker der Reiseliteratur und steht in diesem Genre doch einzigartig da. Lange bevor sich McPhee als Schriftsteller betätigte, gehörte er im New York der Zwanziger Jahre als Komponist, Pianist und Musikrezensent zur musikalischen Avantgarde. Der musikalische Hintergrund ist seiner Sprache anzuhören, sie ist von seltener Klarheit, rhythmisch und melodiös strukturiert. Der schnörkellose Stil erinnert an die Minimal Music.

Fast siebzig Jahre nach der englischen Erstveröffentlichung hat Ein Haus in Bali seine Frische bewahrt. McPhee’s Blick auf Bali wirkt erstaunlich modern. Viele seiner Beobachtungen balinesischer Traditionen treffen auch auf das heutige Bali noch zu. Die vorurteilsfreie weltoffene Haltung des Autors einer fremden Kultur gegenüber ist für die damalige Zeit allerdings ungewöhnlich. Auf Bali regierten die Holländer und kontrollierten den Umgang mit Einheimischen. Zum Beispiel setzte sich McPhee bei Autofahrten gerne nach vorne neben den Chauffeur, um sich mit ihm zu unterhalten. Damit verstieß er gegen die herrschende Etikette:

Der Hoteldirektor missbilligte das sehr. Denn diese kleine Geste bedeutete offenbar etwas Unziemliches, möglicherweise Wohlwollen, Vertrautheit, oder noch schlimmer, Gleichheit, eine vom kolonialen Standpunkt aus abscheuliche Vorstellung. »Sie müssen Distanz halten«, mahnte der Direktor, »der angemessene Platz für einen weißen Mann ist der Rücksitz. Früher haben Holländer Eingeborene geheiratet; heute ist das anders. Gehen Sie mit ihnen ins Bett, wenn Sie möchten, aber achten Sie darauf, dass sie durch den Hintereingang eintreten.« …

Dieser legendär gewordene Bericht ist nicht nur eine humorvolle, packende Lektüre. Bis heute ist es die wohl tiefgründigste Einführung in Balis Geheimnisse geblieben.

Autor
Colin McPhee
(1900-1964) studierte Komposition und Klavier in Toronto, Baltimore und Paris, u.a. bei Edgard Varèse. Ende der 1920er Jahre war er in der New Yorker Musikszene aktiv. 1931 heiratete er die Anthropologin Jane Belo, eine Schülerin von Margaret Mead. Sie lebten von 1932 bis 1938 in Bali und Java. Nach der Scheidung von Belo und der Rückkehr in die USA lebte er wiederum in New York, bis er 1960 eine Professur für Musikwissenschaften an der University of California antrat.

Ein Haus in Bali
Autor: Colin McPhee
314 Seiten, gebunden
Unionsverlag
Euro 22,95 (D)
sFr 30,90 (UVP)
ISBN 978-3-293-00491-7

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