Gato Preto „Tempo“

gatopretoGato Pretos Debüt-Album „Tempo“ bringt all das auf den Punkt, was internationale Club-Kultur spannend macht: Rockender Favela Funk aus Rio, rumorende Township-Grooves aus Südafrika und Angolas technoider Electro-Hybrid-Kuduro sind die Grundzutaten, die Gato Preto zur Global Bass-Kernschmelze bringt, wahlweise mit Rave und Breakbeat vermengt.

Ein musikalischer Urknall verschiedenster Styles von Soundtüftler Lee Bass und Gato Misteriosa, der Frontfrau mit ihren portugiesischen Power-Punchlines.

Gata Misteriosa wuchs bei Lissabon auf. Schon zu Beginn der Nuller Jahre ging sie als Teenager in der Partyszene des Lissabonner Vororts Buraka mit ihren Freunden zu Kuduro tanzen. Ihre beiden Eltern stammen aus Mosambik, so ist sie eng mit den Party-Trends des lusophonen Afrikas vertraut. Für ihr Studium kam sie nach Deutschland wo sie den Breakbeat-Produzenten Lee Bass in Düsseldorf kennenlernte. Über die Plattenkiste seines ghanaischen Vaters wurde auch er früh an afrikanische Sounds aus Soul, Funk und Highlife herangeführt. Seit 2013 starten die beiden gemeinsam das Electro-Projekt Gato Preto und sind seither unterwegs, um die Dancefloors rund um den Globus unsicher zu machen: im hippen Electro-Schuppen von Paris, beim Heimspiel im Düsseldorfer Zakk oder auf internationaler Bühne des „Nyege Nyege“-Festivals am Ursprung des Nils in Uganda.

Wenn die bissige ‚Schwarze Katze‘, Gato Preto zu deutsch, um die Ecke biegt, nimmt sie keine Gefangenen. Ausgerüstet mit digitalen Effekt-Geräten und Synthesizer, unterstützt von afrikanischen Trommlern und Tänzern, halten Gato Preto ihr Publikum im Schach bis auch der Letzte kapiert hat, dass das Zusammenspiel von globaler Bassgewalt und progressiven Grooves aus den Metropolen der Welt, nicht zu bremsen ist.

Neben dem energiegeladenem Live-Erlebnis haben sich Gato Preto auch über ihre aufwändigen Musikvideos viral ins Gedächtnis der Global Bass Gemeinde eingebrannt. Viel Liebe steckt dabei im Detail, wie etwa im Video zu „Barulho“, wo sie Elemente aus dem Steampunk der 80er Jahre mit der Ideenwelt der Afrofuturismus-Vordenker wie P-Funk-Meister George Clinton oder dem abgedrehten Dub-Preister Lee Scratch Perry vereinen. Die beiden stehen auch für die Idee des Albums Pate.

„Tempo“ ist eine Einladung, die beiden Global-Bass-Travellern bei einer imaginären Zeitreise in die Vergangenheit zu begleiten und sich mit ihnen auf die Spurensuche nach ihren kulturellen afrikanischen Wurzeln zu begeben. Die Songs auf „Tempo“ lassen sich so auch als 12-teilige Audio-Adventure von Produzent Lee Bass und Femcee Gato Misteriosa verstehen. In jedem Song steckt eine Geschichte.

Los geht es mit „Mocambique“, einem Song bei dem sich MC Gato Misteriosa mit der blutigen Kolonialgeschichte der Heimat ihrer Eltern beschäftigt. „Dia D“ ist als Single-Auskoppelung bereits im Vorfeld zur Global Dancefloor Hymne avanciert. Mit den afrikanikanischen Highlife Gitarren von V. Themba, ist es eine Hommage an den internationalen Erfolgszug afrikanischer Popmusik der letzten Jahre. „Policia“ ist eine Kollaboration mit dem Ghanaischen Rapper Delasi und spricht sich gegen die Polizeigewalt weltweit aus und lässt sich auch als Afro-päischer Schulturschluss und Solidaritätsbekundung mit der #BlackLivesMatter-Bewegung in den USA hören. „Barulho“ ist Favela Punk und zusammen mit ihrem Global Bass Mitstreiter Edu K aus Brasilien entstanden. Im Song „Pirau“ spüren Gato Preto lang vergessenen Traditionen, Kochrezepten und der Heilkunst aus Afrika nach und interpretieren sie, angeschlossen an die digital vernetzte Diaspora und verbunden über die auf ihren Reisen geschlossenen Kontakte zur aufstrebende kosmopolitische Mittelschicht Afrikas, neu.

Letztendlich gelingt Gato Preto der Zeitsprung „Zurück in die Zukunft“. Als aufgeschlossene und selbstbewusste Afro-Europäer kehren sie aus der Vergangenheit zurück um neue Trends am Himmel des Global Pop vorherzusagen.

Tracks
1 Intro „A luta continua“
2 Moçambique
3 Dia D
4 Tempo
5 Pirão
6 Feitiço
7 Puxa
8 Políçia
9 Pé na roda
10 Barulho
11 Take a stand
12 Televisão

Gato Preto „Tempo“
Unique Records

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