Helge Schneider: „Wenn ich so richtig an der Werbetrommel drehen würde, dann würde ich es schon auf Trump-Niveau schaffen.“ (in Galore 27)

g27_coverFür die Titelstory der 27. Ausgabe des Interviewmagazins GALORE hat Entertainer Helge Schneider exklusiv in seine Finca in Spanien eingeladen und gewährte einen selten privaten Einblick in seine Gedanken und Motivationen. Autor Sascha Krüger verbrachte 24 Stunden mit dem gebürtigen Mülheimer und sprach mit ihm unter anderem über die heutige Unfreiheit der Menschen, seine politischen Ambitionen und Gelassenheit.

Seine Arbeit sei für ihn ein Weg, Gesellschaftskritik zu üben, so Schneider. Er wolle den Leuten immer wieder zeigen, wie „unwichtig wir in diesem Universum sind“. Schließlich hätten „viel zu viele Menschen viel zu viel Stress durch Dinge, die überhaupt nicht wichtig sind.“ Er habe häufig politische Gedanken, sein Weg in die Politik sei aber von Anfang an durch sein Dasein als Musiker und Komiker versperrt gewesen. Das zu sein, wäre jedoch seine Form von Politik und die sei „mindestens genauso viel wert, wie eine Reise des Außenministers nach China“. Er selber habe die Qualität, sich gut in andere hineinversetzen zu können und hält diese Fähigkeit grundsätzlich für ein wichtiges Mittel, um sich beispielsweise „global aufgebauten Hassobjekten wie Nordkoreanern oder Chinesen“ anzunähern. Er kritisiert, dass seitdem Trump an der Macht ist, Politik „immer rudimentärer“ geworden sei.

Von der modernen Mediendemokratie hält er wenig, sieht den deutschen Humor in Gefahr: „Ich habe schon den Eindruck, dass die modernen Medien den Humor einbalsamieren und überdachen. Gezeigt und hochgespült wird vor allem Humor, der dieser Medienlandschaft hilft und sie bewirbt. Auf diese Weise erfahren wir eine zunehmende Dichte von echtem Schrott, nicht nur, aber eben auch im Bereich des Humors.“

Nehmen Sie sich außerdem Zeit für anregende Gespräche mit den beiden Schauspielern Burghart Klaußner und Bibiana Beglau, dem Schriftsteller T.C. Boyle sowie Regie-Ikone Woody Allen. Politikerin Sahra Wagenknecht verrät, wie sie mit der Wahl zur „Miss Bundestag“ umgeht, spricht über frühere Irrtümer und ihre Erfahrungen in der DDR. Zudem trafen wir den Musiker und Charakterkopf Bruce Dickinson, der als Sänger einer weltberühmten Heavy Metal-Band, Fechter, Pilot und Krebsbesieger viel zu erzählen hat und dabei stets mit einer großen Portion Enthusiasmus beeindruckt. Von den Bedrohungen und seinen persönlichen Erfahrungen während der Reisen in den Nahen Osten berichtet uns der Kriegsreporter Fritz Schaap.

Als Psychologe und Verhaltenstherapeut erklärt Jens Corssen anschaulich, wie man sich weniger ärgert und stattdessen zu mehr Gelassenheit gelangen kann. Diese ist auch häufig von Vorteil, wenn es um das „Warten“ geht. Zusammen mit dem Soziologen Andreas Göttlich nahmen wir das Warten als soziales Alltagsphänomen in den Blick und gelangten dabei zu interessanten Erkenntnissen. Die russische Primaballerina Polina Semionova gab einen Einblick in die strenge Ausbildung am legendären Bolschoi-Theater und dem Juristen und Journalisten Heribert Prantl konnten wir starke Thesen zu den Themen Demokratie und Populismus entlocken. Unser Beitrag im Rahmen der Initiative „Lesen Hilft Menschen“ widmet sich dem Verein „Freunde fürs Leben“, der, insbesondere junge Menschen, über Suizid und Depressionen aufklären und damit vorbeugen will.

In der Literaturbeilage finden Sie viele spannende Neuerscheinungen aus der Literaturwelt. Für die Titelgeschichte sprachen wir die Autorin Nell Zink, die mit uns offen über das Schreiben von Sexszenen und ihre Erfahrungen mit der Hausbesetzerszene in Berlin und New York sprach. Ein weiterer Gesprächspartner ist der amerikanische Psychiater Allen Frances, der zwar besorgt ist über die gesellschaftliche „Erkrankung“ der USA sowie der gesamten Welt, aber auch betont, dass es durchaus Heilungschancen gibt. Neben weiteren Features und Rezensionen zu neuen Büchern, finden Sie in GALORE Literatur auch wieder einige Hörbuch-Tipps.

Die Ausgabe finden Sie für Euro 5,90 in Ihrem Zeitschriftenkiosk.

oder im Abo hier.

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