Henry Spencer „The Reasons Don’t Change“

junctureTrompeter und Komponist Henry Spencer ist ein aufstrebender Name auf der britischen Szene. Als jüngster Absolvent der Guildhall School of Music and Drama gründete er sein Quintett Juncture und kreierte dieses Debütalbum The Reasons Don’t Change speziell mit seinen ehemaligen Studienkollegen im Auge.

Mit den vereinten Kräften von Nick Costley-White (Gitarre), Matt Robinson (Klavier, Keyboards), Andrew Robb (Kontrabass) und David Ingamells (Schlagzeug) wird das originale Werk von Spencer mit viel Leidenschaft intuitiv umgesetzt. Und die Einbeziehung der Streicher des Guastalla Quartets bringt eine weitere, eingebundene Schicht an Klangreichtum.

Der Empfänger des Best Newcomer Award beim Marlborough Jazz Festival und des Help Musicians UK‘s Emerging Excellence Award, hat seinen Ansatz als Trompeter von seinen prägenden Jahren und dem Interesse an Songwriting abgeleitet. Die anfängliche Paarung von Musik und Worten sorgte für eine besonders lyrische, ja emotionale Geschichte der reifen Kunstfertigkeit seiner instrumentalen Komposition; so sehr, dass sein Markenzeichen des Rock-infundierten Jazz manchmal sogar auf einem Drahtgitt er von empfangenen poetischen Phrasen aufgebaut werden kann, die dann wieder verworfen werden. Es ist eine Methode, die Spencer sehr fruchtbar findet, besonders gut zu hören in den fließenden, dialogorientierten Melodien in Spencers ältestem Stück für dieses Album „Remember Why“. Seine dazu gehörende Argumentation lautet, dass „Texte uns erlauben eindeutig und offen ehrlich zu sein“. Dasselbe gilt für die beschauliche Ballade „Never Draw a Line“, deren aufsteigende Motive als Gesangslinie denkbar sind und die durchdringenden Themen des Positiven des Trompeters ausdrücken, das Bedauern in Befreiung verwandelt; und für „Eulogy (Goodbye Old Chap)“, das ein Leben durch kontrastierende Reflexion und Überschwang feiert.

Hören Sie auf die Energie in „Still Open to Confusion“ oder auf die sanften, verschmelzenden Linien in „On the Bridge“, und es ist leicht zu verstehen, warum Henry Spencer immer auf die verbindenden, überlappenden Klangfarben aus Bläser und E-Gitarre zurückgreift , die eine faszinierende tonale Magie hervorrufen können. Vor allem Costley-White etabliert sich als einer der überzeugendsten und innovativsten neuen Meister des Griffbretts in Großbritannien. Elegant präsentiert er sich in der kraftvollen Akkord-Mischung mit Spencers schwebenden Improvisationen in „Knock Back, Knocked Forward“. Auch Matt Robinson ist einer der neuen Kollaborateure in einer neuen Welle von Jazz- und Jazz-ähnlichen Projekten. Sein phantasievolles pianistisches Flair in „Hindsight Can not Wait“, zusammen mit einer Empathie für Wurlitzer und Mellotron, versorgt die Band mit einer Vielzahl von strukturellen Optionen in Kombination mit einem felxiblen, nuancierten Rhythmus von Andrew Robb und Dave Ingamells.

Die Physikalität der Trompete, zusammen mit ihren technischen Herausforderungen, war es, was Spencer zu den Möglichkeiten der Jazzimprovisation führte. Über die gesamten zehn Stücke dieses Albums wird eine oft glühende, flatternde Schärfe mit der ruhigen Tiefe des Flügelhorns ausgeglichen, während seine gelegentlich klagende, idyllische Persönlichkeit als Solokünstler – zu Beginn von „Joanne’s Diary“ zu hören – in die schwankenden Perspektiven der Band hineinblicken lassen, die diese Band geschickt interpretiert. Aus den ersten Takten von „Hopeless Heartless“ entspringt die üppige Wärme des Guastalla Quartets, die eine breitere Klanglandschaft , die an Orchesterjazz erinnert, bietet. Das kantige Album-Endstück „The Survivor and The Descendant“ vereint die dynamische Kraft dieses gesamten Neunteilers in wirbelnden, lauten Saiten in einem Sog aus weißglühnder Gitarre und Trompete.

In regelmäßigen Abständen bingt Henry Spencer sein Können in anderen Projekten zum Einsatz, darunter Auftritte mit Stan Sulzmann, Jason Rebello, Julian Joseph und dem London Jazz Orchestra. Nun veröffentlicht er sein erstes Album als Leader mit dem Wunsch, die Hörer des zeitgenössischen Jazzs mit immer breiteren Horizonten zu begeistern: „Mein Wunsch ist es, dass die Zuhörer sich mit dem ursprünglichen emotionalen und lyrischen Kontext des Albums beschäftigen, beinahe als ob sie von einem Singer/Songwriter präsentiert und dann auf ihre eigene Erfahrung Bezug nehmen würden. Diese Verbindung ist, was ich anregend in improvisierter Musik finde“.

Tracks
1 Introduction / Hindsight Can Wait
2 On the Bridge
3 Eulogy (Goodbye Old Chap)
4 Joanne’s Diary
5 Knock Back, Knocked Forward
6 Never Draw a Line
7 Still Open to Confusion
8 Remember Why
9 Hopeless Heartless
10 The Survivor and the Descendant

Henry Spencer „The Reasons Don’t Change“
Whirlwind

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