Ilhan Ersahin “Solar Plexus (Istanbul Sessions)”

istabulIlhan Ersahin ist aus der New Yorker Jazzszene kaum noch wegzudenken. 1990 ging der Schwede mit türkischen Wurzeln in die Stadt am Hudson, um Saxophon zu studieren. Heute ist er Besitzer des weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Clubs Nublu im East Village und Musiker in zahlreichen Ensembles. Seine neueste Veröffentlichung „Solar Plexus“ ist eine Aufnahme aus seiner bekannten Istanbul Sessions, zu der er sich erneut namhafte Jazzmusiker ins Studio geholt und mit ihnen Kino für die Ohren erschaffen hat. Tief im Jetzt stehend, frisch, filmisch und doch immer leicht entrückt.

Eine Reise zur Sonne, ohne die Erde zu verlassen – zusammen mit Erik Truffaz, Dave Harrington, Nils Peter Molvaer, Ibrahim Maalouf, Mauro Refosco, Brandon Lewis, Arto Tuncboyaciyan und Kenny Wollesen und produziert von Dave Harrington und Ilhan Ersahin selbst. Wir leben in seltsamen Zeiten, und alles scheint sich immer schneller zu verändern. Ilhan Ersahins Istanbul Sessions bietet uns an, im Jetzt zu verweilen – statt sich in der Vergangenheit zu verheddern oder gar der Zukunft entgegen zu grübeln.

Mit seiner unbändigen kreativen Kraft schafft es das das Album „Solar Plexus“, trotz so manchem musikalischem Wagnis überraschend zugänglich und fesselnd zu bleiben. Das Prädikat „filmisch“ verdient sich das Album dabei nicht nur durch die von Filmen wie 2001 oder Blade Runner inspirierten Songtitel, sondern auch und vor allem durch die Musik selbst, die wie ein Film auf (oder besser: in) die Ohren ihrer HörerInnen projiziert wird.

Frontmann Ilhan Ersahin ist eine bekannte Größe der Underground-Szene in New York City. Mit seinem Club und dem gleichnamigen Record Label Nublu hat er dazu beigetragen, die einzigartige Energie dieser Stadt und ihrer Musikszene in die restliche Welt zu tragen. Man kann ihn mit den Red Hot Chili Peppers in Sao Paolo jammen, mit Bugge Wesseltoft im Tokyoter Club Blue Note auftreten oder mit türkischen FolkmusikerInnen orientalische Sets in eleganten Konzerthallen in Europa spielen sehen.

Seit 2008 haben die Istanbul Sessions Bühnen auf der ganzen Welt in Brand gesetzt. Von New York bis Istanbul, von Paris bis Sao Paolo, von London bis Skopje. Ihre elektrifizierenden, genreübergreifenden Performances werfen Fragen auf: Ist das wirklich Jazz? Klingt das nicht eher nach einer Rockband? Woher kommt ihr Sound?

Was sicher ist: Wir hören hier musikalisches Können auf allerhöchstem Niveau, auf dem die oft zum Klischee verkommende Idee vom „Crossover zwischen Ost und West“ ihre wahre Kraft entfaltet.

Schon auf ihrem Debütalbum im Jahr 2009 war der französische Trompeter Erik Truffaz zu Gast. „Night Rider“, das zweite Album aus dem Jahr 2012, präsentiert den Sound des Projekts an der Schnittstelle zwischen Dance Music und freiem Jazz, gewürzt mit einer Prise ethnischer Einflüsse. Das dritte Album, „Istanbul Underground“, war eine perfekte Abbildung des Nachtlebens in der nie schlafenden Metropole Istanbul.

Das nun erscheinende vierte Studioalbum “Solar Plexus”, das von Dave Harrington, neben Nicolas Jaar die zweite Hälfte von „Darkside“, co-produziert wurde und Arto Tuncboyaciyan, Nils-Petter Molvær, Mauro Refosco, Kenny Wollesen, Erik Truffaz und Brandon Lewis als Special Guests begrüßt, verspricht, die Musik des 21. Jahrhunderts in neue Richtungen zu fortzudenken, in denen keine Grenzen oder Konventionen die Kraft der Kreativität einzuschränken vermögen

Tracks
Overture Solar Plexus
Farewell to Earth
Infinite Gathering
Pris
Rachael & Rick
Jupiter Window
Moon Dance
Love in Space
Sea of Stars
Arrival

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