Indukti “Idmen”


Indukti “Idmen”
InsideOut

Eine der bemerkenswertesten und innovativsten Prog Rock-Bands der Welt kommt aus Polen und veröffentlichen mit Idmen ihr zweites Album: Die fünfköpfige Gruppe Indukti besteht ausschließlich aus Instrumentalisten (Ewa Jablonska ? Violine, Piotr Kocimski ? Gitarre/Saz; Maciej Jaskiewicz ? Gitarre, Wawrzyniec Dramowicz ? Schlagzeug, Andrzej Kaczynski ? Bass), verteilt den Gesang ihrer Kompositionen auf unterschiedliche Gastmusiker und bedient sich zusätzlich so ungewöhnlicher Instrumente wie Dulcimer (Hackbrett) und Trompete.

Das Ergebnis ist ein Album mit acht überaus intensiven, komplexen und intelligenten Stücken, die sich vor allem durch ihre hohe Dynamik, ihre ungewöhnlichen Arrangements und die atmosphärische Instrumentierung auszeichnen. ?Indukti basiert auf fünf Individuen, ein musikalisches Konglomerat, um die Vorstellungskraft zu stimulieren und außergewöhnliche Erfahrungen sowie einzigartige Gefühle aufzuzeichnen?, erklärt Violinistin Ewa Jablonska die musikalischen Parameter ihrer Gruppe und fügt hinzu: ?Fünf Mitglieder, fünf Komponisten. Normalerweise entstehen die Songs durch Improvisationen im Proberaum. Die Art, in der wir arbeiten, erfordert viel Zeit, aber wir denken, sie lohnt sich. Wir haben Musik niemals als Job angesehen, der in einer bestimmten Zeit erledigt werden muss. Deswegen spüren wir keinen Druck. Wir nehmen uns so viel Zeit fürs Komponieren, wie notwendig ist.?

Den Sound der Band zu beschreiben, gehört sicherlich zu den schwierigsten Unterfangen überhaupt. In der Welt von Indukti vermischen sich Prog Rock, Heavy Metal, Klassik, Weltmusik, folkloristische Klänge fremder Kulturen und sogar Querverweise an Pop und Avantgarde.

?Jedes Bandmitglied hat seine eigenen Einflüsse. Die Mischung daraus scheint der Grund für den einzigartigen Indukti-Sound zu sein?, vermutet Ewa Jablonska. ?Einige von uns lieben Funk und Classic Rock, einige sind riesige Fans skandinavischer Metal Bands wie Ensiferum, Dimmu Borgir, Wintersun und Meshuggah, andere hören Voivod, Neurosis, King Crimson, Tool oder Oceansize, plus original Musik aus Australien und Indien. Wir suchen Inspirationen in jeder Form von Kunst: Bilder, Filme, Bücher. Manchmal ist das einzige Kriterium für Musik, ob es das Herz berührt und den Zuhörer bewegt.?

Als im September 2005 ihr Debütalbum S.U.S.A.R. auch außerhalb von Polen erschien, horchte die Fachwelt zum ersten Mal interessiert auf. Angesichts der neuen Scheibe Idmen muss man Indukti einen weiteren Feinschliff ihrer innovativen Arbeitsweise attestieren. Ewa Jablonska: ?Wenn wir Idmen und S.U.S.A.R. anhören, spüren wir die Unterschiede und Weiterentwicklungen. Schwer zu sagen, was es genau ist; möglichweise einfach nur größere Reife. Gleichzeitig erkennt man den typischen Indukti-Sound, und auch wenn man auf dem Album ebenso Hackbrett wie Trompete entdecken kann, gibt es keinen Zweifel, dass beide Alben von derselben Band stammen.?

Bewusst hat sich die Gruppe auch auf Idmen für (in diesem Fall drei) Gastsänger entschieden ? namentlich Nils Frykdahl (Sleepytime Gorilla Museum), Maciej Taff (Rootwater) und Michael Luginbuehl (Prisma) ? und den instrumentalen Charakter ihres Gruppenkerns nicht verändert. ?Wir wollen uns weiterhin auf die Struktur, den Sound und die Harmonien konzentrieren. Ohne Leadgesang zu komponieren ist schwieriger und anspruchsvoller?, erklärt Ewa Jablonska.

?Wir suchen gezielt nach Gästen, die zu den einzelnen Tracks passen. Immer wenn wir jemanden einladen, stellen wir ihn vor vollendete Tatsachen. Auf diese Weise können wir immer alles live spielen. Natürlich erfordert das von unseren Gästen große Fähigkeiten und viel Erfahrung, um sich in den vollendeten Strukturen zurechtzufinden. Aber bislang hatten wir immer Glück mit unseren Künstlern. Wir haben das Gefühl, dass unser Standard kontinuierlich besser wird und unsere Gäste die Lage stets meistern. Dies macht die Musik auch für uns zunehmend interessanter.? Ein wirklich eindrucksvolles Konstrukt, das mit Idmen erstaunliche und außerordentlich gelungene Früchte trägt.

Tracks
1. sansara
2. tusan homichi tuvota
3. sunken bell
4. … and who´s the god now?!
5. indukted
6. aemaet
7. nemesis voices
8. ninth wave

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