Italo Svevo: Ein Leben, Senilitá, Zenos Gewissen

einlebenDrei männliche Helden in unterschiedlichen Lebensaltern an der Schwelle zur Moderne, auf der Suche nach Erfolg und Liebesglück.

Zenos Gewissen
„Im Unterschied zu anderen Krankheiten ist das Leben immer tödlich“, sinniert Zeno Cosini. Allen Widrigkeiten sucht er mit Verstand und Witz zu trotzen. Seine guten Vorsätze aber lösen sich immer wieder in Luft auf. Seit Ewigkeiten will er das Rauchen aufgeben. Seine Frau heiratete er nur, weil ihre beiden Schwestern ihm in derselben Nacht einen Korb gegeben haben. Und das Beste daran: Er wird glücklich mit ihr! Vielleicht auch dank seiner Geliebten … Eine grandiose Parodie auf die Psychoanalyse, noch bevor sie überhaupt populär wurde. Ein Jahrhundertwerk.

Senilità
Emilio ist ein moderner Mann – nüchtern, souverän. Mit seinen fünfunddreißig Jahren macht ihm niemand mehr etwas vor. So glaubt er wenigstens. Da begegnet er der verruchten Angiolina. Überzeugt, längst auch in Liebesdingen vor Illusionen gefeit zu sein, beginnt er ein Verhältnis mit ihr… Gleich mit den ersten Worten, die Emilio Brentani an Angiolina richtete, wollte er ihr klarmachen, daß er nicht vorhatte, sich auf eine allzu ernsthafte Beziehung einzulassen. Als kleiner Versicherungsangestellter hat er bislang ein in Routine geradezu senil erstarrtes Leben geführt. Da zieht ihn die ebenso verführerische wie leichtlebige Angiolina in einen Strudel der Leidenschaft. Eben jener, der sich vor Bindung so fürchtete, gerät in größte Abhängigkeit… ›Senilità‹, laut Montale ein »nahezu vollkommener Roman«, ist ein Schlüsselwerk der klassischen Moderne in Italien. Der begnadete Ironiker Italo Svevo wendet sich in seinem wohl schonungslosesten Buch der Liebesleidenschaft zu. Mit analytischer Brillanz schildert er den Lebenszyklus eines vergeblichen Begehrens.

Ein Leben
Italo Svevos erstes Buch beleuchtet das Schicksal eines Parvenüs, der alles auf eine Karte setzt – auf die Herzdame. Alfonso Nitti versucht sein Glück als Verehrer der Tochter seines Chefs. Erobern will er sie durch das gemeinsame Verfassen eines Romans. Zwar ist er nur ein kleiner Bankangestellter. Doch jenseits beruflicher Subordination gibt es ja noch die Welt des freien Geistes. In diese schwingt sich der phantasiebegabte Idealist beherzt empor. Eine moralphilosophische Schrift, an der er im Geheimen arbeitet, soll das gesamte abendländische Denken revolutionieren und ihrem Verfasser Ruhm einbringen … Dieser italienische Klassiker des frühen 20. Jahrhunderts seziert treffsicher und schonungslos die Psyche des modernen Mannes.

Autor
Italo Svevo
, ›der italienische Schwabe‹, ist das Pseudonym des 1861 in Triest geborenen Ettore Schmitz. Er starb 1928 an den Folgen eines Autounfalls in der Nähe von Treviso. Väterlicherseits von deutschsprachigen Juden abstammend, besuchte Svevo die Schule in der Nähe von Würzburg. Er war Bankangestellter und später Unternehmer. In seinen Romanen nahm er Freud vorweg – und wurde daher zunächst verkannt. James Joyce, damals selbst noch unbekannt, ermutigte ihn auf seinem Weg. Heute gilt Svevo als Meilenstein der Literaturgeschichte.

Italo Svevo: Ein Leben, Senilitá, Zenos Gewissen
Autor: Italo Svevo
1568 Seiten, TB. in Box
Diogenes
Euro 39,00 (D)
Euro 40,10 (A)
sFr 52,00 (UVP)
ISBN 978-3-257-23483-1

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