Jeden Tag Silvester


Jeden Tag Silvester
Chef Records Ratekau

Innehalten, zu sich kommen, ein Fazit ziehen: Am letzten Tag des Jahres bricht es mitunter wasserfallartig auf uns ein. Stunden bevor Tausende Raketen den Nachthimmel erleuchten, explodieren auch im Kopf die drängenden Fragen: War es ein gutes oder ein schlechtes Jahr? Was sind meine neuen Vorsätze? Endlich weniger arbeiten und das Leben mehr genießen? Mehr Müßiggang, gesunde Ernährung und Coffee-to-stay, statt ständige Erreichbarkeit und ein Leben wie kalter Kaffee aus dem Pappbecher?

Jeden Tag Silvester atmen durch. Lassen los. Gleiten durch unsere Köpfe. Und alles fließt. Die vier jungen Herren aus Schleswig-Holstein spielen nachdenkliche, aber mitreißende Popmusik aus dem tiefsten Inneren. Sie begeisterten das Publikum bei umjubelten Support-Shows für Silbermond und Johannes Oerding. Ihre Gedanken sind klar und euphorisch, ätherisch und trotzdem grüblerisch. Die hymnenhaften Songs in der Tradition von Coldplay, The Killers oder der Söhne Mannheims sind die positive und lebensbejahende Antithese zum notorischen Stirnrunzeln des zweifelnden Nörglers. „Im Zweifel für den Zweifel“ sang eine andere bedeutende deutsche Indie-Band vor ein paar Jahren. Ist das Licht am Ende des Tunnels in Wahrheit also doch nur eine U-Bahn?

Jeden Tag Silvester – Bertram Ulrich (Gesang, Klavier), Niclas Jawinsky (Gitarre, Gesang), Till Krohn (Bass, Gesang) und Tom Rieken (Schlagzeug, Gesang) – sind vom Gegenteil überzeugt. Sie stehen mit Fackeln in der Hand am lichtdurchfluteten Höhleneingang und rufen: Wir können Giganten sein. „Giganten“ heißt auch der zweite Song auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum „Jeden Tag Silvester“: „Er beschreibt diesen Moment, wenn du alles mal fallen lässt und dich groß fühlst. Nicht mehr haderst und über dich hinauswächst.“ sagt Bertram Ulrich (Gesang, Klavier, Texte). „Einfach mal aufs Dach steigen und schreien ,Hier bin ich!’ Auch wenn es sich im nach hinein vielleicht nicht gelohnt hat – es geht darum, das positive Gefühl in dem einen Moment auszukosten.“ Nomen est omen gilt auch für „Ich sag ja“.

Das Leben zu wollen, ist eine Entscheidung, endlich Ja zum Leben zu sagen und nicht ständig die Augen zu verschließen. Es ist eine Entscheidung des Glücks. Hinfort mit den Zweifeln! „Man kann sich so viele Gedanken über die Zukunft machen und verkrampfen, aber das Jetzt muss gefeiert werden“, sagt Bertram Ulrich.

Tracks
01. Durch deine Augen
02. Giganten
03. Seit deinem ersten Tag
04. Am Wasser
05. Ich sag ja
06. Kurs halten
07. Sie nutzen Dich aus
08. Jedes Wort
09. Teilen
10. Dein Glück
11. Zwischen den Tagen
12. Jeden Tag Silvester

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