Joachim Staudt “Seven Wishes”

joachimstaudtNordische Landschaften, weiter Raum, innere Welten – das sind Assoziationen die auftauchen, wenn man „Seven Wishes“, das neue Album des Saxophonisten Joachim Staudt, zum ersten Mal hört.

Seit der Veröffentlichung seines viel gelobten Debut-Albums „Drop In The Ocean“ (Personality Records, 2010) sind 7 Jahre ins Land gegangen. Staudt hat diese Zeit gut genutzt und sich kontinuierlich weiterentwickelt.

Neben seiner Tätigkeit als Saxophonist, Bandleader und Sideman war der Musiker in den letzten Jahren vor allem als Komponist für TV (ARTE, WDR, SWR, NDR) und Film tätig. Zusätzlich hat er unter dem Projektnamen Quiet Fire zwei stilistisch in der elektronischen Popmusik angesiedelte Alben und Songs für zahlreiche Compilations sowohl komponiert als auch produziert.

Und es sind eben diese zwei Tätigkeitsfelder – als Saxophonist und Komponist/Produzent – die die kreativen Säulen seines aktuellen Werks „Seven Wishes“ bilden.

Stilistisch ist die Musik tief im Jazz verwurzelt. Verspielte und ineinander verschlungene Saxophonmelodien, gepaart mit filigranen Woodwind-Arrangements, sind eines der Markenzeichen des Albums. Zugleich prägen vielfältige Einflüsse aus den Bereichen Filmmusik, Ambient, NuJazz und Weltmusik die einzelnen Songs mit. So ist es ihm gelungen, auf diesem Album eine ungewöhnliche und geheimnisvolle Klangwelt zu kreieren, die durch ihre Abwechslung besticht und zugleich eine homogene Einheit bildet.

Staudts warmer Saxophonton, der entfernte Erinnerungen an Paul Desmond wachruft, prägt dieses Album. Es geht dem Saxophonisten jedoch nicht darum, die Virtuosität in den Vordergrund zu stellen. Jeder Melodiebogen kreiert eine Stimmung, jeder Ton ist zweckdienlich und hat seine Bedeutung im Gesamtkontext.

Neben dem Saxophon spielt der Multiinstrumentalist fast alle Instrumente auf diesem Album selbst: Piano, Fender Rhodes, Flöte und verschiedenene Percussion-Instrumente. Auch die Produktion entstand komplett in Eigenregie. Unterstützt wird er am Kontrabass von Florian Dohrmann, einem Bassisten der sowohl im Jazz als auch der Weltmusik (David Orlowsky Trio – Sony Classical) zu Hause ist.

Staudts bisheriger Werdegang führte ihn zum Studium nach Amsterdam, wo er insgesamt sieben Jahre verbrachte. Dort tauchte er nicht nur tief in die dortige Jazzszene ein, sondern entdeckte auch seine Liebe zur Filmmusik und elektronischer Musik. Als Saxophonist führte ihn sein bisheriger Weg über das BuJazzO unter Peter Herbolzheimer, zu verschiedenen Sideman-Tätigkeiten bei u.a. Eddy Martinez, Roy Ellis, Tom Gäbel, Rainer Tempel, Flowriders, zu Festivalauftritten u.a. beim Montreux Jazz Festival, beim Northsea Jazz Festival und auf Tourneen durch ganz Europa.

Tracks
Frozen
Nothern sun
This magic place
Seven wishes
Stargazing
Autumn Hill
Silver
Campfire dream
Traveler
Mother Earth
Spring air
Vagabond wisdom
Soft darkness
Water

Joachim Staudt “Seven Wishes”
Moveo Records

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