Joanne Shaw Taylor „Almost Always Never“


Joanne Shaw Taylor „Almost Always Never“
Ruf Records

Als Annie Lennox während ihres Konzerts zum Diamanten Thronjubiläum innehielt, um eine Blondine in weißem Kostüm und mit Engelsflügeln ein Les Paul-Solo in den Himmel über dem Buckingham Palace erklingen zu lassen, stellten sich die nicht eingeweihten Zuschauer alle die gleiche Frage: Wer ist dieses Mädchen?

Es muss nicht erwähnt werden, dass Musikfans und Bluesexperten unter ihnen längst die Antwort auf diese Frage kannten. Das Mädchen war Joanne Shaw Taylor. Die Sängerin mit der Whisky-Stimme. Das Mädchen mit dem goldenen Händchen für die Gitarre. Die Songwriterin, die ihr Herz auf der Zunge trägt. Und nun die Autorin eines dritten Albums, das sie als die First Lady des britischen Blues etablieren wird.

Das jetzt auf Ruf Records veröffentlichte Album Almost Always Never hat die Messlatte sehr hoch gelegt. Nach ihren vorherigen Erfolgsalben White Sugar und Diamonds In The Dirt geht sie den Erwartungen aus dem Weg, stattdessen schreibt sie die Songs, die ihr die Muse diktiert, springt ins kalte Wasser, einzig durch ihr Talent an der Oberfläche gehalten.

In Austin, Texas, aufgenommen, entstanden die zwölf neuen Songs in Zusammenarbeit mit Mike McCarthy, dem Produzenten, dessen goldener Lebenslauf auf Namen wie Patty Griffin oder Spoon verweist, und dem erstklassigen Team um David Garza (Keyboard), Billy White (Bass/Slide Gitarre) und J.J. Johnson (Schlagzeug). Mike hat einen anderen musikalischen Hintergrund als ich, erklärt Taylor. Er hat mich aus meiner Comfortzone herausgelockt und dazu gebracht neue Gebiete zu erkunden. Als ich diese Reise antrat, hätte ich nie gedacht, dass ich einmal die Gelegenheit haben würde, mit solch einem Talent zusammenarbeiten zu dürfen. Ich bin seit Jahren ein Fan von J.J., David und Billy und ihre Performance bei diesem Album war einfach außergewöhnlich. Almost Always Never ist Joannes Statement.

Von wilden Les Paul-Solos in Soul Station bis zum rockigen Refrain von Standing To Fall, dieses Album wird alle Fans begeistern, die sich sonst bei ihren Gigs am Sicherheitsgeländer festhalten, um sich von ihrem Gitarrenfeuerwerk überwältigen zu lassen. Dennoch schlägt sie auch sanftere Töne an, von einer vom Schmerz erfüllten Suizidgeschichte einer gescheiterten Liebesbeziehung in You should stay, I should go über den berührenden Refrain des Titelsongs You crash, you burn/ you live, you learn: diese eloquente Songwriterin klang nie zuvor so offen und ehrlich.

Spätestens mit dem langsamen Song Lose Myself To Loving You hat sie dein Herz erobert. Inzwischen hat sie es geschafft, den nur schwer zu knackenden US-Markt zu erobern, die Vorurteile gegenüber ihres Alters und Geschlechts zu brechen und sich den Respekt der Giganten zu verdienen. Ich liebe jedes Album und die Erfahrungen, die ich während der Entstehung machte, aus vielen verschiedenen Gründen, sagt Joanne, ich glaube, was dieses Album am meisten von den anderen unterscheidet, ist der Songwriting-Prozess, bei dem es entstand. Ich bin so stolz auf diese Songs. Alle zwölf vereinen sich zu einem gemeinsamen Werk. Es ist das perfekte und ehrlichste Beispiel dessen, was ich heute als Künstlerin bin.

Tracks
1. Soul Station
2. Beautifully Broken
3. You Should Stay, I Should Go
4. Piece of the Sky
5. Army of One
6. Jealousy
7. Almost Always Never
8. Tied & Bound
9. A Hand in Love
10. Standing to Fall
11. Maybe Tomorrow
12. Lose Myself to Loving You

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