Juni ohne Ernte

juniohneKaiti Manolopoulou schildert in diesem Buch auf eindringliche Weise das damals verübte Massaker. Die Autorin ließ ein halbes Jahrhundert vorbeiziehen, ehe sie sich an die literarische Verarbeitung des historischen Stoffes wagte, von dem sie selbst persönlich betroffen ist. Sie verlor in Distomo zahlreiche Verwandte. Manolopoulou verwebt Erinnerungen und Augenzeugenberichte und zeichnet gleichzeitig auch das Bild des Dorfes Distomo in Friedenszeiten vor den tragischen Ereignissen.

In Gesprächen mit Überlebenden musste die Autorin erfahren, dass „die traumatischen und alptraumhaften Erfahrungen diejenigen, die sie erlebt haben, „ihr ganzes Leben lang nie losließen.“ Dem „Wirbelsturm der Gewalt“ am 10. Juni 1944 – wurden Menschen jeden Alters ermordet – setzt Manolopoulou Lebensgeschichten entgegen. Diese Erinnerungen verleihen den Werten, die das Menschsein eigentlich bestimmen sollten, noch größere Bedeutung.

Die Autorin scheut sich schließlich nicht festzustellen, dass es auch im Krieg Personen gibt, die zumindest Ansätze von Menschlichkeit zeigen. Sehr wenige Soldaten, so schreibt sie, hätten an diesem 10. Juni 1944 unter Gefährdung ihres eigenen Lebens und während des Blutrausches ihrer Kameraden ganze Familien gerettet.

Juni ohne Ernte
Autorin: Kaiti Manolopoulou
256 Seiten, gebunden mit 50 s/w-Fotos
Verlag der Griechenland Zeitung
Euro 19,90 (D)
ISBN 978-3-99021-014-7

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