Koch Marshall Trio “Toby Arrives”

kochmarshallWer sich dieses Debütalbum des Koch-Marshall Trios zu Gemüte führt, wird bezüglich zweier weit verbreiteter Irrtümer eines Besseren belehrt: Zum einen hinsichtlich der Annahme, es gebe keine begeisternden zeitgenössischen Gitarristen mehr neu zu entdecken. Und zum anderen dahingehend, dass Bands in Dreierbesetzung vermeintlich mit Gitarre, Bass und Schlagzeug antreten müssen, um ein musikalisches Feuerwerk vom Feinsten abzubrennen. Mit einer Hammond-Orgel an Bord funktioniert es mindestens genauso gut – das zeigt sich, wenn der US-Gitarrist Greg Koch, sein Sohn Dylan Koch (Drums) und Toby Lee Marshall (Hammond B3) gemeinsam loslegen.

Auf „Toby Arrives“ zelebrieren sie über Rock, Blues, Jazz und Funk hinweg einen acht Tracks langen Parforceritt, der es in sich hat. Was sie dabei veranstalten, klingt vertraut und aufregend anders zugleich.

Diese Platte ist die zweite Veröffentlichung auf dem noch jungen Mascot-Label The Players Club. Spricht man über Gitarrist Greg Koch, trifft es das Adjektiv „neu“ im Grunde nicht wirklich. Der 51-Jährige aus Milwaukee ist in der Szene seit vielen Jahren weithin bekannt. Koch gilt als Meister an der Telecaster und überaus rühriger Fender-Markenbotschafter, er ist ein gefragter Studiomusiker und erfolgreicher Fachautor. Zahlreiche von ihm produzierte Gitarren-Lehrvideos sind im Internet zu finden, sie wurden bis jetzt insgesamt mehr als 50 Millionen Mal abgerufen.

Als aktiver Musiker begeistert Koch mit feinstem Ausdruck und unschlagbarem Spielwitz, ganz besonders auf der Bühne. Mühelos schafft er dabei den Spagat zwischen Yankee Doodle und Led-Zeppelin-Riffs – wohl auch deshalb bezeichnete Superstar Joe Bonamassa ihn als „furchterregend gut“. Mit Plattenveröffentlichungen tritt Greg Koch seit Anfang der 1990er-Jahre in Erscheinung, 13 Alben waren es bisher. Der Durchbruch gelang ihm 2001 mit dem auf Steve Vais Label Favored Nations veröffentlichten „The Grip”.

Seine Mitmusiker wechselten während dieser Zeit immer wieder einmal. Zunächst nahm er mit der Gruppe Greg Koch & the Tone Controls auf („Greg Koch and the Tone Controls”, 1993, „Double The Gristle”, 1997), später alleine, dann folgten Platten mit Roger Powell („Fossil Poets”, 2006), Malford Milligan („Nation Sack”, 2009) und später etlichen anderen. Auch Kollegen wie Robben Ford oder Joe Bonamassa sind bei seinen Produktionen gern gesehene Gäste.

Tracks
1. Toby arrives
2. Funk meat
3. Heed the boogaloo
4. Let’s get sinister
5. Mysterioso
6. Enter the rats
7. Boogie yourself Drade
8. Sin repent repeat

Koch Marshall Trio “Toby Arrives”
Mascot Label Group

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