Luke Gasser “The Judas Tree”

luke‘The Judas Tree’ ist ein weiteres Zeugnis für die schier unbändige Kreativität des Schweizers. Im Gegensatz zu seinem letzten Album ‘Mercy On Me’, das von mitreißenden Rock-Krachern nur so strotzte, zeigt der auch als Autor und Filmemacher bekannte Künstler auf seinem neusten Werk sowohl seine nachdenkliche Seite, als auch, dass der Härtegrad der Musik nicht unbedingt von E-Gitarren und Verstärkern abhängig ist.

“The Judas Tree” ist zwar ein von akustischen Gitarren geprägtes Album, doch wer jetzt eine Balladen-Sammlung erwartet, liegt voll daneben. Diese Scheibe ist mehr Rock`n`Roll als viele andere Genre-Veröffentlichungen, die diese Beschreibung für sich in Anspruch nehmen, denn die Rock-Musik in ihrer reinen Form ist vor allem eines: Ehrlich und handgemacht, traditionell und tiefgehend.

Auf ‘The Judas Tree’ bewegt sich Luke nahe seinen musikalischen Wurzeln; mit aussagekräftigen Texten und Rock im Herzen reflektiert er seine Erlebnisse eines turbulentenl letzten Jahres, verbindet dabei gekonnt folkige Töne mit Hardrock-Gitarren und kommt zuweilen seinen Einflüssen wie The Alarm, den früheren und mittleren Rolling Stones oder in Teilen auch Bob Dylan nahe, ohne sich dabei aber als kopierender Epigone zu geben. Es ist hier vor allem diese gradlinig produzierte Musik, die wie eine unverblümt-ehrliche Aussage mitten ins Herz trifft, und die in ihrer schlichten Reinheit über mehr Größe, Poesie und Intensität verfügt als jeder Soundeffekt. Mal laut, mal leiser, aber immer mit Leib und Rocker-Seele dabei.

Mit diesem Album knüpft Luke Gasser nicht nur an seinen Überraschungserfolg von 2013, an das englischsprachige Debut-Album Retribution an; in gewisser Weise geht Luke Gasser sogar zu seinen Anfängen als Schweizer Mundart-Rocker zurück, als er in der helvetischen Presse Mitte der 90er Jahre sogar als ,,Alpen-Dylan” gefeiert wurde. Nur dass der Schweizer Musiker bei ‘The Judas Tree’ noch eine fette Portion saftigen Rock’n’Roll draufgelegt hat. Mit englischen Texten diesmal und natürlich, wie gewohnt, astrein produziert.

Luke Gasser “The Judas Tree”
Blue Rose

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