Lura „M´bem di fora“


Lura „M´bem di fora“ – Sony/BMG

Den Ritterschlag bekam sie 2003 von keiner Geringeren als Cesaria Evora. Die Königin der kapverdischen Musik war so begeistert von der Ohren- und auch Augenweide Lura, dass sie ihre junge Kollegin gleich für eine gemeinsame Tournee einlud. Seitdem hat sich für Lura einiges getan.

Denn spätestens seit 2005 und ihrem dritten Album ?Di Korpu Ku Alma?, mit dem sie in den kapverdischen Charts bis auf Platz 1 hinaufkletterte, gilt sie als die bekannteste neue Stimme der Inseln im Atlantik. Mit ihrer Mischung aus kreolischem Traditionsbewusstsein, afrikanischen Tanz-Rhythmen und südeuropäischen Melodien trifft sie nun mit ihrem neuen Album ?M´bem di fora? wieder das Lebensgefühl auch jener kapverdischen Jugend, die im Exil lebt und sich dennoch eng mit dem Land ihrer Vorväter verbunden fühlt. Lura kennt schließlich dieses Lebensgefühl ganz genau.

1975 wurde sie als Tochter kapverdischer Eltern in Lissabon geboren. In genau dem Jahr, als die Heimat ihrer Vorfahren nach fünf Jahrhunderten des portugiesischen Kolonialismus unabhängig wurde. Eigentlich wollte Lura ja zunächst Tänzerin werden. Doch mit 17 Jahren bekam sie die Chance, mit ihrem Tanzlehrer ein Duett aufzunehmen ? und prompt wurde das Lied ein Riesenhit in der afrikanischen Gemeinde Portugals. ?Immer mehr Musiker afrikanischer Herkunft luden mich daraufhin ein, als Chorsängerin auf ihren Platten mitzuwirken. Unter anderem mein Landsmann Tito Paris, der Brasilianer Paulinho Vieira und sogar Bonga, worauf ich besonders stolz war. Der Mann ist eine Legende.?

Und als Lura 1996 ihr Debüt-Album ?Nha Vida? veröffentlichte, wurde der Titeltrack sofort für den Benefiz-Sampler ?Onda Sonora: Red Hot + Lisbon? ausgewählt, auf dem sie jetzt neben Stars wie Caetano Veloso stand. Zehn Jahre später legt Lura also mit ?M´bem di fora? (?Ich komme von weit her?) ihr neues Album vor, das vom Cesaria Evora-Produzenten Nano Andrade produziert und arrangiert wurde. Und natürlich hat Lura nicht nur den Großteil der 13 Songs höchstselbst komponiert.

Die alten, kapverdischen Tänze und Rhythmen wie Funana, Ferrinho, Cola Sanjon und Batuque verwandeln sich dank Luras warmherziger und ausdrucksstarker Stimme in eine kosmopolitische Weltmusik, die von brasilianischen Einflüssen über leichte Flamenco-Brisen bis zu Pop-Elementen geprägt ist. Wie hat der portugiesische Musikkritiker José Eduardo Agualusa das Phänomen Lura einmal so treffend beschrieben: ?Eine sanft brennende Stimme, gleichzeitig süß und beißend, die uns mit Gründen zum Leben versorgt.?

Tracks
1. Bida Mariadu
2. Ponciana
3. Romaria
4. No Bem Falà
5. As-Agua
6. ?s Anu Raboitas Ka Di Fiansa
7. M´ Bem Di Fora
8. Mari D´Ascenson
9. Galanton
10. Pensá Drêt
11. Festa Di Nha Kumpadri
12. Choro
13. Fitiço Di Funana

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