Marina & The Kats „Wild“

marinaNur ein Jahr nach ihrem Debütalbum „Small“ waren Marina & The Kats, die kleinste Big Band der Welt, wieder im Studio. „Wild“ nennt sich der zweite Streich.

Dabei sind Marina und ihre Katzen ihrem Stil und ihrem Motto SWING SWING SWING treu geblieben. Über 100 Konzerten geschuldet, tauchen sie dabei aber noch tiefer ein, in den heißen, treibenden Sound der Juke Joints und Ballrooms. Fetzige Gypsygitarren, leichtfüßige Melodien, luftige Beserlgrooves und Marinas einzigartig charmante Stimme verschmelzen zu einem sehnsuchtsvoll nostalgischen Cocktail, den man schon morgens beim Frühstück und auch noch abends im Tanzcafé genießen kann und der einem unwillkürlich ein Lächeln auf die Lippen zaubert.

Sang Marina auf „Small“ noch davon, wie es sich so lebt, wenn man ein bisschen kleingewachsen ist, zeigt sie uns auf „Wild“ dass hinter der süßen, unschuldigen Fassade auch ein Schlingel lauert, der es ganz schön faustdick hinter den Ohren hat. So rätselt sie in „Easy Does It“ darüber, wieso bloß alle frühmorgens zur Arbeit laufen, während sie gerade von einem ausgelassenen Tanzabend heimkehrt, freut sich in „Bamboozle Boogie“ darüber anderen Streiche zu spielen, zankt sich im bluesigen „Miss Jekyll & Mister Hyde“ mit ihrem Liebhaber und versucht auch mal mit zuckersüßer Unschuldsmiene davon abzulenken, was sie alles angestellt hat („Wild“).

Marina ist einfach ein Mädchen, dass die die Hosen anhat und im forschen „Treat Me Nice!“ macht sie gleich einmal klar, wie ein Mann eine Frau zu behandeln hat. Sie weiß sich zu helfen, um zu den Süßigkeiten im obersten Regal zu gelangen und tanzt dabei den verführerischen Cha-Cha-Cha einer Femme Fatale („Sweets On The Top Shelf“).

Dennoch träumt sie auch mal von ruhigeren Zeiten, wie auf dem, mit rasanten Vibraphonläufen gewürzten, „Moon On The Hill“, oder macht sich über die Vergänglichkeit Gedanken („Forever Young“). Sie macht Liebeserklärungen an Kaffee (das herzerwärmende „C O F F E E“), oder ihre Heimatstadt („I Fell For You“), versucht mit Rezepten zu verführen („Superb“), oder will auch mal einfach tanzen, bis die Füße glühen („Shim Sham“).

Abgerundet wird das Album von zwei Coverversionen. Guns N’ Roses Klassiker „Paradise City“ und „And Her Tears Flowed Like Wine“, das einst auch schon die unvergessliche Anita O’Day zusammen mit Stan Kenton zum Besten gegeben hat.

Für die nötige Würze sorgen Raphael Wressnig (hammond organ), Berndt Luef (Vibraphone), Herb Berger (reeds), Georg Schrattenholzer (trombone), Christian Bakanic (accordion), Jörg Haberl (percussion) und Klemens Bittmann (strings) als Gäste.

So hebt man mit Marina & Kats ab, zu einer träumerischen Reise in die Zeit der Django Reinhardts und Cab Calloways, der Diven und Crooners, des Lindy Hops und Collegiate Shags, der Radio Shows und Revuetheater, der Mirós und Picassos, der Peek-A-Boo’s und Victory Rolls, der Buick Rivieras und Cadillac Convertibles zwischen dem schummrigen Cotton Club Harlems und den sonnenüberglänzten Palmen Santa Monicas und landet doch immer wieder sanft im Hier und Heute.

Tracks
1 Kat Walk 2:51
2 Shim Sham 3:23
3 Mrs. Jekyll & Mr. Hyde 3:58
4 Bamboozle Boogie 3:31
5 Moon on the Hill 3:56
6 Easy Does It! 4:12
7 Paradise City 3:44
8 Wild 2:42
9 Superb 3:08
10 Porcelain 3:32
11 And Her Tears Flowed Like Wine 3:40
12 I Fell for You 3:53
13 C O F F E E 2:57
14 Sweets on the Top Shelf 4:25
15 Treat Me Nice 2:46
16 Forever Young 4:11

Marina & The Kats „Wild“

O-Tone Music

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