Mo Kenney „The Details“

mokenneyBereits die beiden ersten Alben der überaus sympathischen, in Halifax (Nova Scotia/Kanada) lebenden Singer Songwriterin Mo Kenney, gehörten zu unseren internen Büro-Jahreshighlights. Darum sind wir hocherfreut auch ihr neues Album „The Details“ wieder betreuen zu dürfen.

Auf „The Details“ folgt Mo Kenney ihrem ganz eigenen teils seltsamen, teils zerstörerischen, jedoch immer hoffnungsvollen Pfad durch die Drangsal und die Beschwerlichkeiten alkoholinduzierter Zusammenbrüche, Täler der Depression und zerbröckelnder Beziehungen. Auf allen 14 Tracks stellt sie sich unerschrocken ihrer eigenen Annihilation und einer möglichen Erlösung und lässt dabei nichts aus. „The Details“ ist Kenneys bislang persönlichstes und auch in sich geschlossenstes Album und kann dabei glatt als Konzeptalbum durchgehen. Mo Kenney kombiniert dabei furios stampfenden Rock’n’Roll, bunte Psychedelik und eingängigen jedoch immer kantigen Pop. Sie navigiert in den Songs durch die dunkelsten Gewässer ihres Lebens mit ihrer ganz eigenen Art von persönlicher Missbilligung, der Bloßstellung ihrer Seele und ihrem überaus schwarzen Humor.

Der Opener „Cat’s Not Cake“ ist ein schraurig-trauriger Track (über das Zweiteilen des geliebten Haustiers am Ende einer Beziehung), der eine Art Ruhe vor dem Sturm darstellt. Ein fast noch sanfter Einstieg, bevor die Fahrt immer schneller gen Selbstzerstörung steuert.

Schon beim zweiten Track „On The Roof“ fällt „The Details“ mit der Tür ins Haus und zeigt Kenney, wie es ihr nicht gelingt, sich aus der gefährlichen Spirale zu befreien, in der sie sich befindet. Vor, und während sie die Songs für das Album schrieb, trudelte sie rasant auf den absoluten Tiefpunkt zu, schwer deprimiert, mit düsteren Gedanken, zu viel trinkend, unfähig Beziehungen aufrechtzuerhalten, sich von ihren besten Freunden entfremdend und wild entschlossen, sich in der Besinnungslosigkeit verlieren. In „June 3rd“ bewältigt sie ihr eigenes toxisches Verhalten und klingt dabei ein wenig wie der späte Elliot Smith, arrangiert in einer spektralen Soundwolke. In „Maybe I Am“ – einer reverb-verhangene Nummer, die sich hin zu kraftvollen Gitarrenriffs entwickelt – realisiert sie, während sie versucht jemanden aufzureißen, dass sie nicht in der Lage ist, mit ihren Mitmenschen vernünftig zu interagieren. Im diesig-entspannten „Counting“ sorgt sie sich, so weit in ihrer Verzweiflung versunken zu sein, dass sie ihren Verstand verliert.

„I Can’t Wait“ ruft Erinnerungen an die flirrenden Traumgebilde von Yo La Tengo wach und wartet mit der dankbaren Erkenntnis auf, dass die schlechten Dinge nun mal so sind, wie sie sind, aber lange nicht das Ende der Welt bedeuten. Im selbstzerstörerischen Modus geht es weiter: Handelt „Punchy“ doch davon, in einer Kneipe von einem Idioten ins Gesicht geschlagen zu werden und dabei, ob der Absurdität der Situation, trotz blutiger Zähne nicht mit dem Lachen aufhören zu können.

Zum Ende des Albums wird es mit „Feeling Good“ dann doch etwas versöhnlich. Der Sturm klart auf und am Horizont wird es heller. Ein paar Narben sind geblieben (Stichwort: Barbesuch), diese trägt Mo Kenney aber mit Stolz – als Erinnerung an das, was sie durchgemacht hat und als Zeichen, dass sie auch Zeiten in der Hölle überstehen kann.

Bereits die beiden ersten Alben der überaus sympathischen, in Halifax (Nova Scotia/Kanada) lebenden Singer Songwriterin Mo Kenney, gehörten zu unseren internen Büro-Jahreshighlights. Darum sind wir hocherfreut auch ihr neues Album „The Details“ wieder betreuen zu dürfen.

Tracks
Cats not a cake
On the roof
details
June 3rd
Maybe I am
Counting
Out the window
If youre not dead
Unglued
I cant wait
Video game music
Lights out
Punchy
Feelin Good

Mo Kenney „The Details“
turtlemusic

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