Novemberschokolade

Novemberschokolade von Ulrike SosnitzaIch verkroch mich mit dem Tee ins Bett und wartete, dass das Zittern aufhörte. Nicht einmal den Geruch der frisch gewaschenen Bettwäsche nahm ich wahr. Trotzdem hatte ich diesen Duft riechen können, dieses frische, grüne Aroma mit der holzigen Note, das mich an irgendwas erinnerte. Seufzend streckte ich den Arm unter der wärmenden Decke hervor und nahm das gerahmte Bild meiner Eltern vom Nachtisch.

Für meinen Vater stellte nicht die Nase, sondern die Zunge das wichtigste Arbeitsinstrument dar. Sein unübersehbarer Bauch zeugte von seiner gewissenhaften Arbeit. Meine Mutter war noch so jung. Eine blonde Elfe, feingliedrig, zart wie ein Lufthauch. Ich hingegen habe die braunen Locken meines Vaters geerbt, das runde Gesicht und Füße, mit denen man fest auf dem Boden stehen kann.

Ich erinnerte mich kaum an meine Mutter. Nur dass sie Schwäne geliebt hatte, wußte ich noch. Wenige Tage nach der Aufnahme des Bildes war meine Mutter aus unserem Leben verschwunden.

Zimt, Koriander und natürlich Schokolade – in Würzburgs einzigartiger Chocolaterie liegen verheißungsvolle Düfte in der Luft. Hier zaubert Lea Winter die wunderbarsten Schokoladengenüsse. Doch Liebe und Begeisterung allein bezahlen keine Rechnungen. Lea steht kurz vor der Pleite, und der einzige Ausweg scheint die Teilnahme an einem Wettbewerb zu sein.

Mitten in ihrer Recherche entdeckt sie ihre Mutter Anne, die vor über zwanzig Jahren spurlos verschwand, in der Fachzeitschrift der Chocolatiers. Lea macht sich auf den Weg zu ihr und erfährt eine lang verdrängte, furchtbare Wahrheit.

Autorin
Ulrike Sosnitza
, 1965 in Darmstadt geboren, ist seit ihrer frühesten Jugend schokoladensüchtig. Die frühere Bibliothekarin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Würzburg. Novemberschokolade ist ihr erster Roman bei Heyne.

Novemberschokolade

Autorin: Ulrike Sosnitza
368 Seiten, TB.
Heyne
Euro 9,99 (D)
Euro 10,30 (A)
sFr 13,90 (UVP)
ISBN 978-3-453-35906-2

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