Oli Kuster Kombo „Magniflex“

olikusterMagniflex. Der Name erinnert Radsportfans an das italienische Team, das in den Siebzigern mehrere Klassiker gewann.

In Zukunft wird der Name auch Jazzliebhabern ein Begriff sein. Auf ihrer neuen Platte Magniflex steht die Oli Kuster Kombo dem erfolgreichen Radteam in keiner Weise nach. Wir verfolgen waghalsige Solofluchten, Abfahrten in klangvolle Täler und ruhige Passagen, während derer das Quartett geschlossen dahinrollt und durchatmet. Die Musik der Kombo klingt warm und nahe, man hört das Keuchen der Fahrer und das Kratzen der Nadel auf Vinyl. Oli Kuster im rosa Leadertrikot lässt seine Mitspieler am Saxofon, Bass und Schlagzeug immer wieder ausreissen, kontrolliert das Feld aber souverän, beschleunigt oder verlangsamt das Tempo.

Dabei zieht er kleine Bewegungen den grossen Gesten vor und spinnt ein einzelnes Motiv zu einem ganzen Stück weiter. Dieses Auf und Ab, gleichzeitiger Wettstreit und Mannschaftsakt der Instrumente, entwickelt einen Sog, dem man sich schwer entziehen kann. Seit dem letzten Album der Kombo, Flokati, sind acht Jahre vergangen. In der Zwischenzeit hat Oli Kuster mit aeiou funkelnden Pop geschaffen, mit dem Duo OKRA Field Recordings, elektronische Musik und Pianoklänge kurzgeschlossen, als Astronaut die Spoken-Word-Sphäre durchflogen und mit Melker Klubs gerockt.

Jetzt ist der Berner Tausendsassa zurück mit einer neuen Jazz-Platte. Die zwölf Kompositionen auf Magniflex tragen alle Kusters Handschrift, klingen eingängig und eigenwillig zugleich. Domenic Landolf am Saxofon, Christoph Utzinger am Bass und Kevin Chesham am Schlagzeug stehen in ständigem Dialog mit Oli Kuster am Piano und Rhodes und sprühen vor Fantasie und Spielwitz. Der Humor der Kombo zeigt sich nicht nur in den geheimnisvollen Titeln und im verspielten Comic-Cover, sondern auch in überraschenden Wendungen der Musik. Auf ihrer neuen Platte spielt sich die Oli Kuster Kombo mit kleinen Melodien und grossen Solos in unsere Ohren und schafft magisch-poetische Klangmomente.

Die Radfahrer wurden damals vom Matratzenhersteller Magniflex gesponsert. Das Album Magniflex ist wie Probeliegen und Probehüpfen auf zwölf Matratzen: Jazz in seiner schönsten Form.

Oli Kuster Kombo „Magniflex“
Anuk

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