Paucker „Miserable Junkie“


Paucker „Miserable Junkie“
Monohausen Records

Wer mit 9 Jahren alle Beatles-Songs auswendig mitsingen kann und sie auf der Wanderklampfe nachschrubbt, ist entweder verrückt oder seine Mutter ist ein Hippie. Wer sich als 13jähriger mit Haut und Haaren dem Rhythm´n´Blues der 50er Jahre hingibt, während sich die Welt in Take That- und Oasis-Jünger aufspaltet, der hat wenig Sinn für Moden, aber alle Vorraussetzungen für ausgeprägtes Freaktum.

Eines ist sicher: PAUCKERs künstlerischer Weg schlug so manchen speziellen Haken bevor er ihn schließlich dahin geführt hat, wo er im Augenblick steht. Mit seinem Debütalbum ?MISERABLE JUNKIE? tritt er nun als Lead-Sänger und Multi-Instrumentalist an die Öffentlichkeit und vermischt Retro mit Zeitgeist auf geradezu unverschämte Art und Weise.

PAUCKERs Songtexte sind kantig und ehrlich und tun manchmal auch ein bisschen weh, seine Melodien schwanken gefährlich zwischen Selbstreflexion und der Sehnsucht nach einer intakten Welt ? und wollen dennoch, dass man lächelt. Schubst PAUCKER den Hörer im Song ?Not A Nightmare? noch von einem Albtraum-Szenario zum nächsten, so offenbart er im extrovertierten ?I Will Pay The Breakfast? den egozentrischem Charmeur im 60er Cord-Anzug, während er im zerbrechlichen ?Little Princess? den Einblick in eine zutiefst traurige Seele erlaubt.

Der gebürtige Stuttgarter macht mit seiner Band ?Triband? schon seit Jahren die Clubs in ganz Europa unsicher und veröffentlichte soeben das dritte Studio-Album. Seit seinem Einstieg 2007 ist PAUCKER bei der ?Indie-Jazz?-Formation für stilprägende Schwurbel- Synthies und Garagen-Gitarren zuständig – und tut sich damit auch als Independent- Kämpfer an der Jazz-Front hervor. Als solcher hat sich der 28jährige in den vergangenen Jahren auch bei anderen deutschen Künstlern einen Namen gemacht, und so bitten nicht nur der ?Fanta4? -Rapper Thomas D und die ehemalige ?Freundeskreis? -Queen Joy Denalane regelmäßig um PAUCKERs Input als E-Bassist und Background-Sänger. Jüngst tourte er zudem auch mit dem US-amerikanischen Singer/Songwriter Mike Doughty quer durch Deutschland.

PAUCKER setzt mit seinem Erstlingswerk nun also fort, was er damals bei Jugend trainiert für Olympia begonnen hat. Auf seiner Trainingsliste stehen mittlerweile die Kraft des Songs und die Live-Performance mit Attitüde ganz weit oben – während virtuosinstrumentale Bodenturner frühzeitig zum Duschen geschickt werden. Was dabei herauskommt ist ein gemischtes Doppel aus 60s-Beat, Psychedelic Rock, Indie und Electro, welches durch die außergewöhnlich übermotivierte Darbietung des exzellent zusammengekauften Live-Kaders als klarer Favorit ins Turnier geht. Genug warmgelaufen, Anpfiff.

Tracks
01  Sophie
02  Corny Song
03  No No No
04  God Has Gone On Holiday
05  That´s Why
06  I Will Pay The Breakfast
07  Not A Nightmare
08  Little Princess
09  Everyone Knows It
10  There She Goes
11  How It Ends
12  Again

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