Preludio 11


Preludio 11
DDR/Kuba 1964; FSK 12 J.; ca 86 Min.; Icestorm; Regie: Kurt Maetzig; Darsteller: Roberto Blanco, Aurora Depestre, Günther Simon, Armin Mueller-Stahl, Gerry Wolff, Carlos Moctezuma, Günter Ott u. a.
Ton: Dolby Digital 2.0; PAL s/w; RC 2

Der amerikanische Offizier McLash, vier Exilkubaner und ein Guatemalteke landen an der Küste Kubas. Sie sollen eine Invasion unter dem Codewort »Preludio« vorbereiten, eine strategisch bedeutende Brücke sprengen und Verbündete gegen Castros Regime rekrutieren.

Kommandant Palomino ist korrupt und ihr erster geheimer Komplize. Seine Mitarbeiterin Daniela erfährt von den Plänen zum Staatsstreich. Ausgerechnet ihrem verräterischen Kommandanten vertraut sie sich an und wird damit zum Spielball der konterrevolutionären Kräfte – bis die Sicherheitskräfte in Havanna samt Leutnant Quintana dem Unternehmen auf die Spur kommen.

Kurt Maetzig verfilmte 1963 ein hochbrisantes Thema: die Machenschaften um Revolution und Konterrevolution in Kuba, die durch Kubakrise und Invasion in der Schweinebucht 1961 hochaktuell geworden waren. Regisseur und Drehstab arbeiteten vor originalgetreuen Schauplätzen und rechneten täglich mit einer Eskalation des Konfliktes.

»Die kubanischen Revolutionäre, insbesondere die weibliche Hauptfigur Daniela, nehmen ihre Verantwortung gegenüber ihrem Land ohne Zögern und mit Selbstbewusstsein wahr. Sie praktizieren sie mit der Waffe, indem sie unter Einsatz ihres Lebens die Invasoren vernichten. […] Auch in diesem Film handhabt Kurt Maetzig ziemlich sicher Bestandteile des Action-Films: Aufbau und Lösungen von Spannungen, technische Effekte […]« Günter Agde, in: Kurt Maetzig, Filmarbeit. Gespräche, Reden, Schriften, Berlin 1987

Ein Film der DEFA in Co-Produktion mit dem ICAIC (Kuba) nach dem gleichnamigen Roman von Wolfgang Schreyer.

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Fazit

Der Film entstand auf der Basis eines Romans aus der Feder von Wolfgang Schreyer, der in mehreren Auflagen in den 60ger Jahren im Verlag Das Neue Berlin (DDR) erschien. Er war auch gleichzeitig der erste Koproduktion der DDR mit dem kubanischen Film. Das Buch und der Film entstanden unter den Eindrücken der Schweinbucht-Aktion der USA und der Kubakrise. Und auch während der Dreharbeiten war die Situation noch keinesfalls beruhigt. Auch im Laufe der Zeit bis heute kommt das Thema Kuba und die amerikanischen Aktionen in diesem Zusammenhang immer wieder hoch, entweder wenn die Medien ein Thema brauchen oder in den USA Wahlen anstehen und die Exilkubaner in Florida für einen Kandidaten (aus dem Rep. Lager) eingenommen werden sollen. Klar, die USA, diese “Supermacht” hat es bis heute nicht verwunden, dass ein solch kleiner “Wicht” vor ihrer Haustür einfach das macht, was er will und nicht was die USA wollen. Anders kann man die irrationale Politik der USA gegenüber Kuba nicht verstehen, wenn man sieht, wie sie sogar zähneknirschend mit Nordkorea verhandeln und volle hervorragende Beziehungen zu der Volksrepublik China (politisch und wirtschaftlich) unterhalten.
Vieles was auf Kuba heutzutage geschieht und so manchem bei uns nicht verständich ist, basiert noch immer auf dem berechtigten Misstrauen der Aktionen der USA und vermeindlicher “gutmeinender” Menschen gegenüber.
Der brutale Putsch gegen eine gewählte linke Regierung unter dem Präsidenten Salvador Allende in Chile unter Mitwirkung der USA (CIA) ist auch den Kubanern immer noch gegenwärtig. Insofern, wenn man den Film betrachtet und so manche Situation als herbeigezogen und übertrieben einschätzt sollte man bitte nicht vergessen, das die Realität noch viel brutaler war und leider immer noch ist. Die USA haben immer noch nicht aufgegeben Kuba “zurückzugewinnen”. Als Stichpunkte hierfür nur: Macht der Mafia über Kuba bis zur Revolution und deren Verwicklung in die US-Politik, die Geschichte von Bacardi, die verschiedenen Einmischungen der USA in die inneren Angelegenheiten Kubas seit der Unabhängigkeit, die Mordversuche an Fidel Castro, die Zusammensetzung der Exilkubaner. Unter diesem Hintergrund ein interessanter Film. (Bernd Kielmann)

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