Rainbirds „Yonder“


Rainbirds „Yonder“
Universal

Wäre Katharina Franck 1988 prophezeit worden, dass sie den Rainbirds-Hit „Blueprint“ ein viertel Jahrhundert später in einem völlig neuen Gewand ein zweites Mal in den Äther schießen würde, hätte sie wohl nur den Kopf geschüttelt.

Wer jedoch unbeirrt dem Horizont entgegen fährt, muss den Rückspiegel stets fest im Blick behalten. Die alten Lieder holten die rastlose Song-Poetin immer wieder ein, bauten sich in neuen Kulissen vor ihr auf, verlangten nach zeitgemäßen Interpretationen.

2013 war es endlich soweit. Katharina Franck traf sich mit Cultured Pearls-Drummer Bela Brauckmann und dem umtriebigen Elektronik-Musiker Gunter Papperitz, der u.v.a. für Peter Fox und Miss Platinum arrangiert und komponiert, um eine unsentimentale Reise in die eigene Vergangenheit anzutreten. Ursprünglich sollte es eine Katharina-Franck-Retrospektive werden.

Brauckmann und Papperitz fungierten zunächst hauptsächlich als Produzenten. Die Auswahl der Songs überließ die Sängerin ihren beiden Mitstreitern, denen sie einen wesentlich unverstellteren Blick auf ihr bisheriges Gesamtwerk zutraute. Alte Songs? Keineswegs, die Brisanz der Texte war geradezu frappierend, die Melodien noch genauso packend wie einst, der neue Sound jedoch griff mit Wucht und Grandezza in den aktuellen Raum.

Die Jungs legten sich unheimlich ins Zeug, und ehe sich alle drei Beteiligten versahen, wurde aus der Retrospektive mit einer Sängerin und zwei Produzenten eine kompakte Band von drei gleichberechtigten Musikern. Was hätte da näher gelegen, als diese Band Rainbirds zu nennen, ein Logo, das Katharina Franck ohnehin wie eine zweite Haut künstlerisch umhüllt.

Im Studio gesellten sich zu dem Trio noch Gitarrist Dirk Berger, (Lychee Lassie, Peter Fox u.a.) und Club der toten Dichter-Bassist Markus Runzheimer. Bei den Liedern auf „Yonder“ handelt es sich unverkennbar um die bekannten Songs, einige davon bewährte Gassenhauer wie „Blueprint“, andere versonnene Balladen.

Doch den Rainbirds anno 2014 geht es gerade nicht um Zeitlosigkeit, sondern um Aktualität. Die Songs erreichen Ohr und Befindlichkeit des Hörers als Statements von heute.

Tracks
1. Love Was Already There To Be Found
2. Paperchase
3. Love Is A Better Word (White City Of Lights)
4. Yonder
5. Sacred
6. Blueprint
7. Jamais Jamais
8. Last Bus Out
9. Seven Compartments
10. Jesus First!
11. Woman With A Golden Eye
12. Like Someone Who Was Never Here Before
13. Wind Was Playing With My Hair

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