Raphaël Marionneau: Le rythme abstrait by Raphael Marionneau, Vol.3

lerythme3“Zuallererst geht es mir um die Melodie”, sagt Raphaël Marionneau, Gründer, musikalischer Aktivist und Kurator der international erfolgreichen ‘abstrait’-Serie, die 2016 mit der Veröffentlichung von “le café abstrait 11” ihr 20-jähriges Jubiläum feierte. 2017 entscheidet sich Raphaël Marionneau nun dafür, mit “Le Rythme Abstrait Vol.3” die clubbige Seite seiner ‘abstrait’-Vision intensiver zu erforschen. “Die Deep-House- und Electro-Szene agiert heute außerordentlich minimalistisch. Für meine neue Compilation habe ich mich für einen völlig konträren Weg entschieden. Hier geht es um Harmonien und Melodien.”

“Heutzutage hält der Produzent alle Fäden in der Hand,” meint Raphaël Marionneau. „Schon mit einem Tune kann er ein Superstar werden. Auf der anderen Seite ist es schwierig, beständig Erfolg zu haben. Aus diesem Grund habe ich Tracks ausgesucht, die über einen Zeitraum von fast zehn Jahren entstanden sind. Es gibt so viele Produzenten, die mehr Aufmerksamkeit verdient haben, als es das kurzlebige Musikbusiness augenblicklich erlaubt.”

Der Blickwinkel von “Le Rythme Abstrait Vol.3“ ist explizit europäisch ausgerichtet, mit besonderem Fokus auf Frankreich und Deutschland. Pascal Schumacher, der Volume 3 eröffnet, kommt allerdings aus Luxemburg. Sein “Tango of Points” wird von Maxime Delpierre gesungen und ist auf seinem Jazz- & Fusion-Album „Drops & Points” enthalten. Mit Himbrecht aus Bukarest/Rumänien machen wir einen kurzen Abstecher nach Osteuropa, bevor uns die Reise wieder weiter westlich nach Toulouse führt, wo wir auf We Need Cracks, dem aufstrebenden Duo bestehend aus Antoine Rigail & Fabien Garcia treffen. Dominik Eulbergs “Der Tanz der Gluehwuermchen” ist bereits eine Art Klassiker. Ursprünglich 2011 veröffentlicht, gelang es Eulberg eine elektronische Audio-Vision zu erschaffen, die eng mit einem bewussten Umgang des Menschen mit der Natur verknüpft ist.

Harold Grand-Jacquot alias Mashk ist ein frisches Gesicht in der französischen Szene. “Dad” ist ein Stück aus der EP gleichen Namens und ein von den Achtzigern beeinflusstes Electro-Pop-Statement. Luca Bacchetti, hier mit “Genesis” vertreten, veröffentlicht seit 1996 auf diversen Labels und ist ein allseits bekannter Player in der Welt des Tech- und Minimal-House. Max TenRoM ist der zweite hier vertretene Künstler aus Toulouse. Das Multi-Talent hat gerade seine erste Single veröffentlicht, ist Jazz-Fan, spielt Klavier und liebt Performances mit Drum-Machines und Synthesizern.

Der Micro-House-Pionier Rajko Müller alias Isolée hat natürlich ein ganz anderes, besonderes Standing. Isolées erste Aufnahmen erschienen während der Neunziger auf Playhouse. Seitdem gilt Müller als eine der treibenden Kräfte der deutschen elektronischen Musik „Allowance“ kam 2013 auf Pampa heraus und hat seitdem nichts von seiner Magie verloren.

Jonas Manteys “Sie ist Schön” war 2013 einer der Titel der Jubiläums-Releases auf Stil Vor Talent und ist einer dieser unwiderstehlichen, melodischen Late-Night-Tunes, die ohne große Worte eine lange Geschichte erzählen. Er stellt zudem einen perfekten Übergang zu Isolées Remix von Sebastien Legers unvergleichlichem “Poseidon” her. Ein mystischer Tech-Groove trifft hier auf ein zwingendes Keyboard-Thema, das an die Pioniere der französischen elektronischen Musik der sechziger und siebziger Jahre erinnert. „Sundaze“ war die erste Single von Younotus. Das angesagte Berliner Duo erschien damit 2015, bevor sie landesweit durch ihre Kooperationen mit Alle Farben oder Moguai durchstarteten. Jan Blomqvist hat in den vergangenen fünf Jahren als DJ mehrmals die Welt umrundet, bevor er sein Debüt-Album “Remote Control” vorstellte. Dort ist auch “More” mit den Vocals von Elena Pitoulis enthalten. Aksel Schaufler und Rebolledo, auch The Pachanga Boys genannt, runden Raphaël Marionneaus Mix mit “Time” ab. Der Track erschien 2011 im Rahmen ihrer EP “Girlcatcher“ auf Hippie Dance. Wer heute eine unversehrte Vinyl-Ausgabe dieses Kult-Releases im Regal stehen haben möchte muss dafür einige Hundert Euro in die Hand nehmen.

Keine Frage: “Le Rythme Abstrait by Raphaël Marionneau, Vol.3“ ist eine Kollektion zeitloser, klassischer, cooler und teilweise selten gehörter Tunes, die rundum funktioniert. “Im Alltag ist Musik ist unser ständiger Begleiter“, sagt Marionneau. “Doch die Art, wie sie produziert, gespielt, aufgenommen und vertrieben wird ändert sich ständig. Mit ‘Le Rythme Abstrait’ möchte ich meine Hörer auf dieser spannenden Reise der Veränderung begleiten und gemeinsam mit ihnen alle Möglichkeiten entdecken.”

Tracks
1 Pascal Schumacher feat. Maxime Delpierre – Tango of Points
2 Himbrecht – Moose
3 We Need Cracks – Epitaphe
4 Dominik Eulberg – Der Tanz der Gluehwuermchen
5 Mashk – Dad
6 Luca Bacchetti – Genesis
7 Max TenRoM – Horizon
8 Isolée – Allowance
9 Jonas Mantey – Sie ist Schön
10 Sébastien Léger – Poseidon (Solee Remix)
11 Younotus – Sundaze
12 Jan Blomqvist feat. Elena Pitoulis – More
13 Pachanga Boys – Time

Raphaël Marionneau: Le rythme abstrait by Raphael Marionneau, Vol.3
Stereo Deluxe

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