Reality-Show


Reality-Show
Autorin: Amélie Nothomb
Seiten: 170, TB.
Diogenes
? 8,90 (D), ? 9,20 (A)
ISBN 978-3-257-23943-0

Eine neue Reality-Show ist angesagt: »Konzentration« ? die quotenträchtigste Sendung, seit es Fernsehen gibt. Inszeniert wird ein Konzentrationslager. Wer als Kapo mitmachen will, darf sich bei einem Casting bewerben. Die Gefangenen holt sich der Sender willkürlich von der Straße. Das Publikum zu Hause darf mitspielen: Jeden Tag sollen zwei Häftlinge via Fernbedienung oder Telefon zum Tod verurteilt werden.

Unter den Gefangenen ist CKZ 114, eine junge, hübsche Frau. Im Leben davor hieß sie Pannonica und war Paläontologin. Sie ist die Heldin dieses Romans, eine Heldin im wahrsten Sinn: Denn sie versucht herauszufinden, wie man die eigene Würde bewahren kann, sogar unter diesen Umständen. Eines der einfachsten Mittel ist, sich zu siezen. Natürlich reicht das noch nicht aus, um ein Lager geistig und körperlich unbeschadet zu überstehen ? aber es hilft.

Andere Überlebensstrategien sind häretischer Art. Gottes leer gewordene Stelle muß ausgefüllt werden. Was läge näher, als selbst einzuspringen? Doch Pannonica übertreibt und bringt sich und auch alle anderen Gefangenen in Gefahr. Draußen schlägt die Sendung hohe Wellen. Die Presse verurteilt die Amoralität der Show in den scheinheiligsten Tönen, was die Zuschauerquoten um so mehr in die Höhe treibt.

Autorin
Amélie Nothomb
, geboren am 13.8.1967 in Kobe (Japan). Die diplomatische Laufbahn ihres Vaters im Fernen Osten bestimmte die Stationen ihrer Kindheit. Als sie mit 17 zum erstenmal nach Europa kam, nach Brüssel, um alte Sprachen zu studieren, erlebte sie einen Kulturschock. Sie kannte Europa nur aus Romanen von Stendhal, fand keine Freunde und merkte, daß ihre Familie aristokratisch ist. Aus Einsamkeit begann sie zu schreiben. Nach dem Studium zog sie sofort wieder nach Asien. In Tokio arbeitete sie als Dolmetscherin »zwölf Stunden am Tag, 360 Tage pro Jahr« und war genausooft unglücklich. Sie beschloß, doch Europäerin zu werden, verließ ihre Firma und ihren japanischen Verlobten und kehrte nach Brüssel zurück. »Ich existiere nur, wenn ich schreibe. Alles andere finde ich ziemlich langweilig. Es ist das Auskosten eines faszinierenden Lustprinzips und das Genießen einer Sucht.«

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Reality-Show


Reality-Show
Autorin: Amélie Nothomb; Seiten: 176, gebunden; Verlag: Diogenes; Preis: ? 17,90 (D), sFr 30,90;
ISBN 3-257-06577-9

Eine neue Reality-Show ist angesagt: »Konzentration« ? die quotenträchtigste Sendung, seit es Fernsehen gibt. Inszeniert wird ein Konzentrationslager. Wer als Kapo mitmachen will, darf sich bei einem Casting bewerben. Die Gefangenen holt sich der Sender willkürlich von der Straße. Das Publikum zu Hause darf mitspielen: Jeden Tag sollen zwei Häftlinge via Fernbedienung oder Telefon zum Tod verurteilt werden.

Unter den Gefangenen ist CKZ 114, eine junge, hübsche Frau. Im Leben davor hieß sie Pannonica und war Paläontologin. Sie ist die Heldin dieses Romans, eine Heldin im wahrsten Sinn: Denn sie versucht herauszufinden, wie man die eigene Würde bewahren kann, sogar unter diesen Umständen. Eines der einfachsten Mittel ist, sich zu siezen. Natürlich reicht das noch nicht aus, um ein Lager geistig und körperlich unbeschadet zu überstehen ? aber es hilft.

Andere Überlebensstrategien sind häretischer Art. Gottes leer gewordene Stelle muß ausgefüllt werden. Was läge näher, als selbst einzuspringen? Doch Pannonica übertreibt und bringt sich und auch alle anderen Gefangenen in Gefahr. Draußen schlägt die Sendung hohe Wellen. Die Presse verurteilt die Amoralität der Show in den scheinheiligsten Tönen, was die Zuschauerquoten um so mehr in die Höhe treibt.

Autorin
Amélie Nothomb
, geboren am 13.8.1967 in Kobe (Japan). Die diplomatische Laufbahn ihres Vaters im Fernen Osten bestimmte die Stationen ihrer Kindheit. Als sie mit 17 zum erstenmal nach Europa kam, nach Brüssel, um alte Sprachen zu studieren, erlebte sie einen Kulturschock. Sie kannte Europa nur aus Romanen von Stendhal, fand keine Freunde und merkte, daß ihre Familie aristokratisch ist. Aus Einsamkeit begann sie zu schreiben. Nach dem Studium zog sie sofort wieder nach Asien. In Tokio arbeitete sie als Dolmetscherin »zwölf Stunden am Tag, 360 Tage pro Jahr« und war genausooft unglücklich. Sie beschloß, doch Europäerin zu werden, verließ ihre Firma und ihren japanischen Verlobten und kehrte nach Brüssel zurück. »Ich existiere nur, wenn ich schreibe. Alles andere finde ich ziemlich langweilig. Es ist das Auskosten eines faszinierenden Lustprinzips und das Genießen einer Sucht.«

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