Reis Demuth Wiltgen “Once In A Blue Moon”

reisPianist Michel Reis, Bassist Marc Demuth und Schlagzeuger Paul Wiltgen sind einige der angesagtesten Luxemburger Jazz Musiker. Das nicht nur in der Namensgebung gleichberechtigte Trio existiert bereits seit den Schulzeiten 1998 und arbeitet mit einer kurzen Unterbrechung bis heute zusammen. Drei Ausnahmetalente an ihren Instrumenten suchten und fanden im Laufe der Jahre die Zwischenräume neben den zahlreichen Klischees und Traditionen. Dort bewegen sich eingängige Themen, ansteckender Groove und vielschichtige Rhythmen wie in einem Mobile. Niemand dominiert den anderen.

Dass sich Michel Reis das Mysterium der Improvisation mithilfe einer fundierten klassischen Ausbildung erschloss, meint man aus jedem Anschlag heraushören zu können. Nach Studien am Berklee College of Music in Boston sowie am New England Conservatory spielte der junge Luxemburger Pianist mit Legenden wie Joe Lovano, Danilo Perez, Dave Holland, George Garzone, Ran Blake, Frank Carlberg, Esperanza Spalding und Hal Crook. Genauso wie seine Freunde Marc Demuth und Paul Wiltgen zählt er zu denjenigen, die eifrig, beharrlich und mit Erfolg an einem neuen Vokabular des europäischen Jazz basteln. Demuth (Michael Brecker, Kenny Werner, Slide Hampton, Hein van de Geyn, Florian Weber, Jef Neve) gilt als einer der interessantesten und stärksten neuen Tieftöner des Kontinents, während sich „Big Player“ wie Kurt Rosenwinkel, Mike Moreno, Dave Binney, Lage Lund oder Ambrose Akinmusire schon die vertrackten Rhythmus-Architekturen von Wiltgen, der wie Reis zeitweise in New York lebt, für ihre Performance sicherten.

Sie kommunizieren miteinander über ihre Instrumente. Ein perlendes, farbenreiches Klavier, ein treibend groovender Bass und ein tänzelndes, prickelndes Schlagzeug. Die drei Luxemburger erbringen den tönenden Beweis dafür, dass aus etwas Altem jederzeit etwas Neues entstehen kann. Auch heute können Pianotrios Geschichten erzählen, die ohne Worte fesseln und berühren. Aufmerksamkeit wecken und dennoch komplett auf Effekte, Tricks und Muskelspiele verzichten. Definitions- und Stilgrenzen einfach aushebeln und trotzdem ein Spiegelbild dessen abgeben, was Jazz 2018 sein soll und früher in Händen des Esbjörn Svensson Trios vielleicht einmal war – ein vorurteils- und klischeefreies musikalisches Abenteuer, das die individuelle Handschrift der jeweiligen Protagonisten trägt. Ein Pianotrio. Ja, doch! Es kann so verblüffend einfach, so spannend, so ergreifend sein.

Ihr Debüt-Album bei Laborie Jazz (Frankreich) wurde von der internationalen Presse hoch gelobt. “Einfach grandios!” schreibt das JAZZPODIUM. Ausgezeichnet als “Export Artist of the Year” geht die Band ab 2013 weltweit auf Tournée und spielt, außer in Europa, auch in den USA, Kanada, Südamerika, Russland, Japan, Süd Korea und China.

2014 spielte Reis/Demuth/Wiltgen als Vorgruppe des Joshua Redman Quartet auf einem Festival in Südfrankreich. Der amerikanische Saxophonist, schwärmt seither von der Musik des Trios und spielt mehrere Kompositionen der Band mit seinen eigenen Projekten. Das zweite Album “Places In Between” erschien 2016 bei Double Moon Records und Mocloud Records. Im Rahmen der Veröffentlichung dieses Albums spielen Reis/Demuth/Wiltgen mit Joshua Redman ein erstes Mal zusammen. Zwei Jahre später gehen sie in Europa zusammen auf Tournée. Während dieser Europa Tournée stellt das Trio zusammen mit dem Luxemburger Philharmonie Orchester ein neues Projekt vor. Diese Zusammenarbeit mit Orchester steht unter der Leitung von Vince Mendoza und Redman ist als special guest auch dabei. Das dritte Album des Trios trägt den Titel “Once In A Blue Moon” und erscheint bei dem italienischen Label CAM Jazz.

Tracks
1 Freedom trail
2 Push
3 22 May 15
4 Both sides now
5 New beginning
6 Never seen again
7 Sacred conversation
8 Catherine’s song
9 A day in the village
10 Between a rock and a hard place
11 Dante
12 Coming home
13 Sunrise in Juba

Reis Demuth Wiltgen “Once In A Blue Moon”
CAM Jazz

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