So auf Erden


So auf Erden
Autor: Davide Enia
384 Seiten, gebunden
Berlin Verlag
Euro 19,99 (D)
Euro 20,60 (A)
sFr 28,90 (UVP)
ISBN 978-3-8270-1220-3

Seit Hemingway hat kaum ein Schriftsteller so über das Kämpfen geschrieben wie Davide Enia in seinem ersten Roman „So auf Erden“. Dieses großangelegte Familienepos, das sich über drei Generationen erstreckt, schildert das Boxen auf äußerst sinnliche und anschauliche Weise als Schule des Lebens und nimmt die Leser zugleich mit auf eine Reise durch die Geschichte Siziliens.

Am Anfang dieses Romans ist Davidù ein neunjähriger Junge, der vaterlos in einer palermitanischen Boxer-Familie aufwächst. An seinem Ende bestreitet Davidù den Kampf seines Lebens – in dem es um viel mehr als nur einen einfachen Sieg im Ring geht. Und dazwischen? Dazwischen erzählt er uns die Geschichten seines Großvaters, seines Onkels, seines Vaters.

Da Davidùs Vater früh bei einem Unfall starb, ist es Umbertino, der Onkel, der den Jungen lehrt, mit Hilfe des Boxsports seine Aggressionen zu beherrschen und seinen Verstand beim Kämpfen einzusetzen – Qualitäten, die man auf den Straßen Palermos gut gebrauchen kann.

Von seinem Großvater Rosario, dem großen Schweiger, lernt Davidù hingegen die Liebe zu den Pflanzen und zum Kochen. Von seiner Großmutter, einer Lehrerin, die Liebe zu den Worten und zum Erzählen. Und dann ist da noch Nina, die ihn seit seinem neunten Lebensjahr begleitet und zur Frau seines Lebens wird. Die Liebe zu ihr übersteht Trennung und Verrat – und seinen finalen Kampf um die Landesmeisterschaften kämpft er auch für sie.

Durch Davidù Erzählung erleben wir fünfzig Jahre sizilianische Geschichte: den Krieg in Eritrea, wo Großvater Rosario Kriegsgefangener bei den Briten war. Die Bombardierung Palermos im Zweiten Weltkrieg. Die Hungerjahre des Wiederaufbaus, während die Mafia das Land noch zusätzlich ausblutet. Rosarios Auszug als Gastarbeiter nach Deutschland und seine Rückkehr. Und der Kollektivschock als in Palermo in den 90er Jahren wieder Bomben explodieren, nur dass es diesmal keine Fliegerbomben sind.

„So auf Erden“ ist ein kraftvolles Debüt, gewalttätig und poetisch zugleich. Die Sprache des Romans ist gleichermaßen knapp und opulent – Enia zieht sämtliche stilistischen Register: Tragik, Komik, Ironie, Poetik, Realismus – und er beherrscht die ganze Klaviatur meisterhaft. Es entsteht ein Wirbelwind von einem Roman, in dem Trauriges und Episches, Schönes und Wildes sich wie im wahren Leben vereinen.

Autor
Davide Enia
wurde am 2. April 1974 in Palermo geboren. Dort lebt und arbeitet er als Schauspieler, Dramaturg, Regisseur und Autor. Für seine Arbeiten am Theater wurde Enia mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet; eines seiner Stücke ist auch ins Deutsche übersetzt. »So auf Erden«, sein erster Roman, war unter den Finalisten für den Premio Strega.

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