Sprengt die Ketten


Sprengt die Ketten
Autor: Adam Hochschild; Seiten: 504, gebunden, 2 mal 8 Seiten Tafelteil s/w; Verlag: Klett-Cotta; Preis: ? 26,50 (D), sFr 49,00
ISBN 978-3-608-94123-4

Der entscheidende Kampf um die Abschaffung der Sklaverei.

Am 22. Mai 1787 trafen sich zwölf Männer im Londoner Osten, um eine Kampagne für die Abschaffung der Sklaverei zu beschließen. Eine kleine Gruppe persönlich zutiefst überzeugter Aktivisten vollbrachte eine historische Leistung, die kein Zeitgenosse für möglich gehalten hätte. Wenige Jahrzehnte später war die Sklaverei weltweit geächtet. Hochschild errichtet den »zwölf Aufrichtigen« ein literarisches Denkmal.

Wie schon in seinem Buch »Schatten über dem Kongo«, gelingt es Adam Hochschild, die Geschichte vom Ende der Sklaverei so mitreißend zu erzählen, dass ein irritierter, ja schockierter Leser zurückbleibt.

Der Kampf und die Kampagne gegen die Sklaverei geht auf eine kleine Gruppe persönlich zutiefst überzeugter Aktivisten zurück: Thomas Clarkson, ein bekennender Quäker, und William Wilberforce, ein faszinierender Parlamentarier, ferner zehn weitere Quäker als Verbündete. Sie reichten Petitionen ein, verfassten Augenzeugenberichte, verschickten Briefe, machten mit der ersten derartigen Kampagne ihr Anliegen der Weltöffentlichkeit bekannt ? und überzeugten.

Erstaunlicherweise ist einer der größten Triumphe der Menschheit vielen Geschichtsbüchern keine Fußnote wert. Hochschild errichtet den ?zwölf Gerechten? ein literarisches Denkmal.

Innerhalb kürzester Zeit brachten diese wenigen Männer und ihre Kollegen eine Massenbewegung in Gang, die zum ersten Boykott der Geschichte führte: Hunderttausende von Engländern, vor allem Frauen, weigerten sich, Zucker zu kaufen, der von Sklaven in der Karibik geerntet worden war; Petitionen aus dem ganzen Land überschwemmten das Parlament; und ein Flugblatt mit der Abbildung eines völlig überfüllten Decks auf einem Sklavenschiff wurde zur ersten Ikone menschlicher Unterdrückung.

Hochschild erzählt von dieser Bewegung mit Schwung, Stilsicherheit und Witz, ohne zu predigen oder zu moralisieren ? die entsetzlichen Fakten der Sklaverenhaltung in der Karibik, die weitaus brutaler waren als im Süden Amerikas, sprechen für sich selbst. Auch widersteht er der Versuchung, aus den Männern, die die Bewegung prägten, geborene Gutmenschen und Säulenheilige zu machen. Er stellt ihren Zivilcourage angesichts der Todesdrohungen und der Gewalt, die ihnen von Verteidigern der Sklaverei angedroht wurde, heraus, doch verschweigt er Schwächen und Misserfolge nicht, die sich oft aus unbeabsichtigten Nebeneffekte ihrer Aktionen ergaben.

Wie abhängig die englische, aber auch die damalige Weltwirtschaft vom Sklavenhandel war, referiert Hochschild überzeugend und vergegenwärtigt einprägsam die Motive, warum gerade die englische Bürgerschicht aufgeschlossen für eine Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei war. Der Einfluß der Französische Revolution und der brutale und blutige Sklavenaufstand auf St. Domingo, dem heutigen Haiti, gehen in diese brillant erzählte Geschichte des Anfangs vom Ende der Sklaverei ein: eine Lektüre, die hin- und herreißt, fasziniert, abstößt, begeistert, bestürzt …

Autor
Adam Hochschild
wurde 1942 in New York City geboren. Er lehrt an der Graduate School of Journalism der University of California, Berkeley. Er lebt als Autor und Journalist in San Francisco und schreibt im »New Yorker«, in »Harper?s Magazine «, »The New York Review of Books«, »The New York Times Magazine«, »Mother Jones« u. a. m. Seine Bücher wurden in fünf Sprachen übersetzt und gewannen zahlreiche Preise, u. a. den Preis des World Affairs Council und der Society of American Travel Writers. »Schatten über dem Kongo« erhielt 1998 die Goldmedaille des California Book Awards für Nonfiction.

HIER BESTELLEN

Print Friendly, PDF & Email

You must be logged in to post a comment Login