Stockholm Lisboa Project „Diagonal“


Stockholm Lisboa Project „Diagonal“
Westpark

„Zwei Musikkulturen an der Peripherie Europas ? in beiden spielen Saiteninstrumente und die Faszination weiblicher Stimmen eine große Rolle: die urbane portugiesische mit ihren Fado-Diven und dem Klangzauber der guitarra portuguesa im Südwesten und im Norden die ländlich verwurzelte schwedische mit ihrer klangschwelgerischen Spelmans-Tanzmusik und ihren Frauen-a-cappella-Gruppen.

Das ?Stockholm Lisboa Project? ist gewissermaßen eine europäische Tangente: Verbindungsweg über große Distanz und musikalische Ader, die pulst und uns berührt …“ (Ankündigung des WDR-Konzertmitschnitts aus der Reihe ?Folk im Feuerschlösschen? vom 8. Mai 2009 aus Bad Honnef).

Zwischen Schweden und Portugal scheinen Welten zu liegen. Doch soweit, wie die über 3000 Kilometer Distanz vermuten lassen, liegen die Kulturen nicht auseinander. Vor allem dann nicht, wenn die Musiker den Mut haben, rein traditionelle Pfade zu verlassen und sich dem Anderen, dem Fremden zuzuwenden und gemeinsam die Unterschiede auszuloten und miteinander zu verbinden …

Da ist der portugiesische Fado ? südländisches Temperament gepaart mit der Melancholie der nächtlichen Hafenkneipen Lissabons. Im Zentrum steht meist eine Sängerin, begleitet von einer kleinen Instrumentalgruppe. Die Lieder erzählen von unglücklicher Liebe, sozialen Mißständen, vergangenen Zeiten oder der Sehnsucht nach besseren Zeiten.

Am anderen Ende Europas ist die Heimat des Polskas, des wichtigsten Tanzes der schwedischen Spielmannsmusik. In mancher Hinsicht ist die Polska das genaue Gegenteil des Fado. Die Polska ist Tanzmusik. Meist instrumental, steht hier die Geige oder die Nyckelharpa im Zentrum.

Was diese beiden so unterschiedlichen Stile jedoch verbindet, heisst ?Saudade?, eine spezifisch portugiesische Form des Weltschmerzes, das
Gefühl von Traurigkeit, Wehmut, Sehnsucht oder Melancholie. Fado hat immer Saudade, aber auch die schwedische Musik kennt Saudade, auch wenn es im Schwedischen kein spezifisches Wort dafür gibt. Im Gefühl der Saudade treffen sich die Musik und die MusikerInnen.

Liana, die Sängerin von Stockholm Lisboa Project, ist eine der bekanntesten Fado-Sängerinnen. Ihr portugiesischer Partner, Sérgio Crisóstomo, ist ein klassisch ausgebildeter Geiger, der seit vielen Jahren Volksmusik spielt. Auch die beiden Schweden sind ausgezeichnete Instrumentalisten. Simon Stålspets, der nordische Mandola spielt, ist bekannt von Gruppen wie Svart Kaffe oder Kalabra. Filip Jers steht kurz vor dem Abschluss an der Jazzschule in Stockholm, wo er noch in diesem Jahr abschliessen wird – als erster mit Mundharmonika.

Tracks
1. Rosa de Noite
2. Apaga a vela
3. Martins begraving
4. Utlandspolska
5. Corridinho do Ti António
6. Bröllopsdag
7. Tartlaten
8. Yksi ruusu on kasvanut laaksossa / Grito
9. Saudade, vai-te embora
10. Näverbiten / Corpo Aceso
11. Nyp
12. Värlingeschottis
13. Meu amor de ontem
14. Vem kan segla / Salgueirais do Mondego

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