S:U:M „The Opposite of Smalltalk“

sumOffenheit, Hingabe an den Moment und eine selten gehörte musikalische Beweglichkeit, das sind die Attribute dieses außergewöhnlichen Klavier-Trios. Die MusikerInnen (Sigi Dresen am Flügel, am Rhodes und an den Synths, Lisa-Rebecca Wulff an Kontrabass, E-Bass und Sopran-Bass und Niels-Henrik Heinsohn an den Drums und der Wavedrum) kommunizieren fließend zwischen Stilen wie Jazz, Pop und Avantgarde – mal lyrisch, mal groovy, mal energetisch – und nehmen den Zuhörer bei jedem Stück mit auf eine hochspannende Reise hin zu neuen Klängen, hier und da verfeinert durch eine wohldosierte Prise Elektronik.

S:U:M ist die Summe, das Ergebnis der Addition dreier musikalischer Persönlichkeiten, dreier InstrumentalistInnen und einer Vielzahl musikalischer Ideen. Musikalische Kommunikation durch und durch ist hierbei die Grundidee und künstlerische Basis dieses Trios. Fernab von stilistischen Festschreibungen und klassischen Rollenverteilungen der Instrumente, fernab von standardisierten Abläufen praktizieren diese drei MusikerInnen eine, wie sie es nennen, „Triokratie“: jeder Gedanke, jeder Impuls – egal von welchem Instrument – wird gleichberechtigt aufgenommen, auf seinen musikalischen Gehalt hin überprüft und entfaltet, um in spektakulären und mutigen Improvisationen zur vollen Wirkung gebracht zu werden.

Passend zu diesem Konzept ist auch die Auswahl der Stücke keinen Konventionen oder äußeren Vorgaben unterworfen, sondern wird einzig nach dem musikalischen Gehalt und der damit verbundenen Möglichkeit musikalischen Agierens ausgewählt. Dieser Praxis fallen somit nicht nur Standards aus dem klassischen Jazzrepertoire anheim, sondern auch bekannte Stücke aus der Pop- und Rock-Welt sowie Eigenkompositionen der drei Bandmitglieder. Sigi Dresen betont dabei, dass es wohl selten eine Band gibt, in der permanent, lebendig und in Echtzeit der gesamte stilistische Background ALLER beteiligten MusikerInnen in vollem Umfang in die musikalischen Prozesse mit einfließen kann – und soll. So kann es z.B. sein, dass bei einem S:U:M – Konzert zwei Mal das gleiche Stück hintereinander gespielt wird, aber jeweils komplett anders klingt.

Das aktuelle, zweite Album der Band, „The Opposite of Smalltalk“, stellt eine Momentaufnahme dieses Vorgehens dar: Das Ziel des Trios für dieses Album war, im Studio so „live“ wie möglich zu arbeiten und zu klingen: jedes Stück wurde – wie in einem Konzert – ohne Netz und doppelten Boden in einem Take aufgenommen, ohne die sonst sehr üblichen Overdubs. Bei allen spontanen musikalischen Ideen bewegt sich die Band immer ganz nah am Klippenrand und die gemeinsam im Trio gefundene Klangsprache verbindet auf magische Weise zunächst gegensätzlich wirkende Genres zu einem faszinierenden Ganzen.

Tracks
1 Dance With Somebody 8:14
2 Falling Grace 5:08
3 Pronstorf 4:54
4 Frei 1 4:37
5 Crazy 6:05
6 Lisa 6:13
7 Minimal Interlude 0:57
8 Bluesible 5:16
9 Frei 2 5:03
10 Nardis 6:50
11 Nicolas‘ Dream 8:16
12 Krümelchen (Für Oskar) 1:40

S:U:M „The Opposite of Smalltalk“
Itchy Dog Records

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