The Wedding Party Massacre mit Video zu „Funeral March“

Pop und Posse, das ist The Wedding Party Massacre – eine Band, die auf keiner guten Hochzeit fehlen darf. Sie fürchten sich eben so wenig vor überholten Gitarrensoli wie vor der dreisten Konstruktion ihrer eigenen Wahrheit. Fanfaren, Rap, fette Beats, stampfende Drums und Vocoder: The Wedding Party Massacre finden stets das richtige Ventil für ihre Botschaft – und diese schmerzt. Denn während die Party andauert, schleicht sich beim Publikum langsam die Gewissheit an, dass das Glück vergänglich ist.

Unser Planet ist der beste Beweis dafür, dass Schönheit und Grausamkeit zur selben Zeit am selben Ort auftauchen können. Unsere Gesellschaft demonstriert täglich, dass sie aus starken und schwachen Gliedern besteht, und hat keine Scham, sich daraus Vorteile zu verschaffen. Während wir also mit ungezogener Handbremse dem Unglück entgegenrasen, grinsen wir dümmlich und geniessen die Aussicht.

The Wedding Party Massacre geben sich nicht mit dieser Aussicht geschlagen, und so stürzen sie sich angriffslustig und kopfüber in ihr eigens geschaffenes Glück: Ohne uns die Freude an der Party zu verderben, nehmen sie uns an der Hand und begleiten uns musikalisch bis zum Abgrund, im Wissen, dass jede Feier ein Ende hat. Und diese hat ein besonders Grausames – doch auch der Teufel kann tanzen, und vielleicht liebt er diese Musik, sehnsüchtig und versöhnlich, hämisch und verurteilend, grössenwahnsinnig und überbeladen, denn am Ende ist die Welt wie ein Gitarrensolo: Too much information.

Da sich jedes Unglück im Moment seines Geschehens selbst zerstört, sucht die Posse von The Wedding Party Massacre ihren eigenen Ausweg dort, wo die Welt in Trümmern liegt. Sie inszeniert sich in hoch stilisierten schwarz-weiss Bildern, lupenrein, gestochen scharf. Kann man Ästhetik und Aggression vereinen? Kampfgeist und Kunst? Maske und Mut? Posse und Pop? Liebe und Zerstörung?

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