Thomas Andreas Beck „Stille führt“

thomasFinster ist es in dem Wald, aus dem heraus Thomas Andreas Beck zu uns singt. Leichen sind darin vergraben, hinter manchem Baum lauert ein längst vergessener Schmerz. Sehr österreichisch sind die Themen, sehr unösterreichisch ist sein genauer Blick auf diese.

Er schaut hin – auf die Vergangenheit, den allgegenwärtigen Missbrauch – sei er sexueller Natur oder einfach die „g´sunde Watschn“ – die pädagogische Drohung, den Krieg in den eigenen vier Wänden, Abtreibung, Selbstmord, Ohnmacht – Hoffnung?

Die Hoffnung liegt im „Hinschauen“. Bevor die Therapie beginnt, muss man sich seinem Schmerz stellen und es wird nur wenige geben, die nicht ganz persönlich von einer Zeile oder einem Ton dieses Albums berührt werden. Von den einsamen Klängen dieses Satyrs, der die Saiten seiner Gitarre mit gefundenen Eisenteilen kratzt und mit ganzer Seele ansingt gegen die Verdrängung.

Thomas Andreas Beck ist kein Schulterklopfer und kein Mitraunzer. Er hat Lieder geschrieben, durch die uns unsere Traumata als immer wiederkehrende Ohrwürmer melodiös verfolgen. Traurig, schön und befreiend. „Wenn du in egoistisch dröhnenden Zeiten etwas zu sagen hast, kannst du panisch zu brüllen beginnen – oder still und zärtlich werden – wesentlich und ursprünglich. Jedoch nicht leise.“ so Thomas Andreas Beck über die Intention zu seinem Album „Stille führt“.

Tracks
1. Stille führt
2. Schaut’s hin
3. Adi und Edi
4. Opa ohne Kopf
5. Heim
6. Grosser Held
7. Die Stadt
8. Mei Bua
9. Grosse Mutter
10. Der Schrei
11. Die Erde bebt

Thomas Andreas Beck „Stille führt“
Rhythm & Roses

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