Woodstock

woodstockWoodstock – das waren 3 Tage Live-Musik, 33 Konzerte, 2 Todesfälle, 2 Geburten, 250.000 Fans, die während der Anfahrt steckenblieben, eine Million Dollar Verlust, eine gewaltige Schlammwüste. Geplant wurde die Woodstock Music and Art Fair, wie das Festival ursprünglich hieß, für 50.000 Besucher. Stattdessen kamen 500.000 Hippies und Musikfans. Die Organisation brach zusammen, Verpflegung musste per Hubschrauber eingeflogen werden. Mitten im Chaos: die Musiker und Bands.

Janis Joplin. Freiheit und Abenteuer. Joan Baez. Stop the War! Jimi Hendrix. Die musikalische Zerfetzung des Sternenbanners. The Who. Jungs, Mädchen, frei entkleidet. Blood, Sweat and Tears. Schlamm allenthalben. Joe Cocker. Der süße Duft von Haschisch. Woodstock!

Von Richie Havens, The Jefferson Airplane, The Who und Creedence Clearwater Revival bis zu Jimi Hendrix, Joe Cocker und Joan Baez wird jede einzelne Stunde Love and Peace unter die Lupe genommen. Dabei berücksichtigt der Musikjournalist Julien Bitoun, der für französische Musikmagazine wie Guitar Part und Guitare Xtreme schreibt, auch die Acts, die abgesagt wurden: Bob Dylan, Led Zeppelin oder die Beatles. Auch sie sind wichtig für ein tiefergehendes Verständnis von Woodstock, dem Hippie-Festival, das eine ganze Generation prägte.

„Woodstock: Three Days of Love and Peace “: Der Untertitel zu diesem prallen Souvenir-Album aus dem Delius Klasing Verlag übertreibt nicht: Das legendäre Gipfeltreffen der Rockgiganten war ein Festival, das die Welt veränderte. Ein halbes Jahrhundert ist das bald her, und gerade, weil die Welt sich erneut verändert, jedoch in eine ganz andere Richtung, kommt diese Hommage an die Hippie-Utopien und deren Musik just zur passenden Zeit.

Zur Erinnerung: drei Tage im August 1969, 33 Konzerte. 500.000 Zuschauer vor Ort und 250.000 weitere auf dem Weg zum Geschehen im Stau. Das Wetter saumäßig, die Stimmung saugut. Was hier auftrat, war die Creme de la Creme der Weltrockmusik, die Megastars des Blues und Folk. Alle Auftritte sind hier dokumentiert, mit Zeiten und Set list.

Alle Bands samt ihren Mitgliedern sind aufgeführt. Die Daten und Fakten sind nur das eine. Das andere sind die Bilder: so atmosphärisch, so glühend, das geht bis unter die Haut. Janis Joplin, die sich die Seele aus dem Leibe schreit, Sly and The Family Stone in voller musikalischer Eruption, Joe Cocker, der an diesem Tag zum Weltstar wird. Johnny Winter, geisterhaft begeisternd, Ten Years After in verzückter Entrückung. Und Jimi Hendrix, der bald in sich gekehrte, bald explodierende Virtuose, der mit einem gut zweistündigen Auftritt den großen Schlusspunkt setzte.

Dazwischen immer wieder Schwenks über den Platz, welch eine Atmosphäre. Und am Schluss ein großer Epilog: Wer alles nicht dabei war (die Beatles, die Stones, Bob Dylan). Ein Blick in die größte Kantine der Welt. Ein Albumblatt mit den Gitarren von Woodstock und eine Liste aller Alben zu Woodstock. Und zwei Geburten gab es auch. Nur die Träume der Hippies: „Make Love, not war“, die sind noch nicht eingelöst.

Woodstock
Autor: Julien Bitoun
240 Seiten mit 127 Farbfotos, 54 s/w Fotos, gebunden
Format: 21,5 x 28,5 cm
Delius Klasing
Euro 39,90 (D)
Euro 41,10 (A)
ISBN 978-3-667-11411-2

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