Zhenya Strigalev “Blues For Maggie“

bluesforDas vierte Album des Alt-Saxophonistin und Komponistin Zhenya Strigalev für Whirlwind Recordings, „Blues for Maggie“, bringt den gefragten Schlagzeuger Eric Harland (Dave Holland, Charles Lloyd, Joshua Redman), den mauritische Bassvirtuose Linley Marthe (Joe Zawinul, Mino Cinelu, Richard Galliano) und den preisgekrönten argentinischen Gitarristen Federico Dannemann (Mark Elf, Peter Erskine, Valery Polomarev, Chico Cesar, Shakira) zusammen.

„Blues for Maggie“ ist eine Abkehr von Strigalevs früheren Alben: Live aufgenommen und mit einem Gitarristen in der Besetzung, wird die jüngste Tournee-Besetzung des Saxophonisten dokumentiert, zu der auch Marthe und Harland gehören, die er beide einander vorgestellt hat und die nun zur Lieblings-Rhythmusgruppe für eine Reihe von Künstlern wie Chris Potter gehören. Den südamerikanischen Gitarristen Federico Dannemann traf Zhenya bereits vor über 14 Jahren, während seiner Zeit an der Royal Academy of Music in London, und sie verstanden sich sofort, sowohl musikalisch als auch als Freunde. Aber nachdem er den Kurs beendet hatte, kehrte Federico in seine Heimatstadt Santiago in Chile zurück. Dennoch blieb er der Lieblingsgitarrist des Saxophonisten und verfügte über ein reiches und vielfältiges musikalisches Wissen, kombiniert mit fließender Technik und Rhythmus – genau das, worum es bei Zhenyas Musik geht.

„Blues for Maggie“ wurde an zwei renommierten europäischen Veranstaltungsorten aufgenommen: Während des Konzerts der Band im „Porgy & Bess“ in Wien und nach ihrem Auftritt im „Paradox“ in Tilburg, beides im März 2017. Das Album besteht aus sieben Originalkompositionen. Der Titel verweist auf Maggie Black, eine in London sehr bekannte Figur, die für ihre Liebe zum Jazz und ihrer unsterblichen Unterstützung zahlreicher Musiker sehr angesehen ist. Maggie und Zhenya haben sich 2011 im berühmten „Ronnie Scott‘s“ getroffen, nachdem sie von seiner Version von „Body and Soul“ begeistert war. Seitdem sind sie enge Freunde und mit ihrer Unterstützung und Inspiration wurde sie zu Zhenyas „Pannonica“. Ohne ihr Mäzenatentum für seine musikalischen Aktivitäten, einschließlich Touren und Alben wäre dies alles nicht möglich gewesen. Maggie Black ist eine wahre Abenteurerin und strahlt eine enorme Lebenslust aus – ein inspirierendes Beispiel dafür, wie man mental stark und großzügig sein kann, wie man authentisch bleibt, unabhängig von der Situation, wie man Menschen vertraut und gleichzeitig ehrlich ist. Sie bleibt gerne bis 3.00 Uhr in Shows und geht oft zu Konzerten und Festivals in verschiedenen Ländern, sogar in anderen Kontinenten.

Die überschwängliche Stimmung des Albums wird mit der lebhaften Reggae-Melodie „Not Upset“ eingeläutet, wobei Strigalev neben dem Sopran seine neue Kreation, die „Alto-Box“ (mit etlichen unorthodoxen Klängen) vorstell, und „Coda“ beendet das Album mit einer anderen Interpretation des Themas. Das weiche, melodische und freche „Wondering About Swing“ kann, so sagt der Saxofonist, „auf einer Retro-Tanzparty für coole Väter und Omas, die nie alt werden“ verwendet werden. Und noch mehr Tanzrhythmen gibt es in „Happy Professors“, um die Seele in eigenartigem, elektronischen lateinamerikanischem Groove zu wärmen. Die Geschichte sagt, dass Zhenya dies bei einem sehr späten Auftritt im „Ronnie’s“ spielte, und als Monty Alexander auf dem Weg nach draußen war, blieb er stehen und hörte zu. „Er mochte es … hoffentlich Ihr auch“.

Strigalev und Dannemann glänzen im sprudelnden, funkigen „Little Struggle“ mit dem Hinweis: „Das ist kein Kampf! Genießt einfach den Groove“. Nach einer kurzen Zusammenarbeit mit dem indischen Tabla-Spieler Pinky im Trio mit seinem Academy-Freund und Bassisten Pete Cochrane, nahm Strigalev in seinen Tourneen das Stück „Pinky“ (komponiert von Cochrane) auf und erntete damit eine großartige Resonanz. Das Herzstück des Albums ist das fetzige, über 20minütige „Take Off Socks“ mit dem schmissigen, markanten Marthe/Harland-Duo, bei dem Eric über Linleys synchronisierte Keyboard-und-Bass-Begleitung soliert, um eine ganz neue Melodie zu Zhenyas Original zu kreieren.

Strigalev beschreibt seinen Ehrgeiz für diese neue Veröffentlichung und erklärt: „Das Ziel war, unseren ‚Atem’ einzufangen, zusammen mit unseren Fehlern (ich wette, Sie werden sie nicht bemerken), unserer Freundschaft und Freude, unseren spontanen musikalischen Entscheidungen und meisterlichen Interaktion, sowie eine ernsthafte Annäherung an die Musik. Alles Arten, wie wir uns ausdrücken wollen – verantwortungsvoll, lustig … und mit einem Happy End!“

Tracks
1 Not upset
2 Pinky
3 Wondering about swing
4 Take off socks
5 Happy professors
6 Little struggle
7 Coda of “not upset”

Zhenya Strigalev “Blues For Maggie“
Whirlwind Recordings

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