Zum Leuchtturm

Zum Leuchtturm von Virginia Woolf Kaum hatte Virginia Woolf im Oktober 1924 das Manuskript zu „Mrs Dalloway“ abgeschlossen, da sah sie bereits den „Alten Mann“ vor sich, den Mr Ramsay aus „Zum Leuchtturm“, das Porträt ihres Vaters Sir Leslie Stephen. Im Januar 1927 war das Manuskript abgeschlossen. „Ich schreibe jetzt so schnell und leicht, wie ich nur je in meinem Leben geschrieben habe…“, vermerkt sie in ihrem Tagebuch.

Wie in „Mrs Dallossay“ steht im Mittelpunkt dieses Romans eine Frau, die sehr schöne, von verschleierter Trauer erfüllte Mrs Ramsay, der Virginia Woolf Züge ihrer geliebten Mutter gibt. Mrs Ramsay hat die Begabung, Menschen, die sie umgeben – die Familie, die aus ihrem ichbezogenen Mann und acht Kindern besteht, sowie Sommergäste in einem abgeschiedenen Ferienhaus auf den Hebriden -, intuitiv zu verstehen und miteinander zu verbinden.

Das Verhalten dieser Menschen mit- und gegeneinander, die kleinen Ereignisse, Erinnerungen, Visionen, Beobachtungen bilden im Spiegel des Bewußtseinsstroms die Handlung des Romans. Konsequent ist die Komposition in drei Teilen.

Die im ersten Teil geplante, aber mißglückte Fahrt zum Leuchtturm, die zehn Jahre später im dritten Teil nachgeholt wird, bildet motivisch eine von vielen Klammern. Dieser Roman, den Leonard Woolf ein „philosophisches Gedicht“ nannte, ist nach Meinung vieler Literaturkenner in der Virtuosität der Erzähltechnik ihr vollkommenster Roman.


Sprecher
Krista Posch
machte beim Sender „RAI Bozen“ als Moderatorin, Sprecherin und Redakteurin Karriere, bevor sie ihre Ausbildung zur Schauspielerin am Max-Reinhardt-Seminar in Wien absolvierte. Sie spielte am Theater in der Josephstadt in Wien, dem Düsseldorfer Schauspiel und dem Residenztheater in München.
Krista Posch wirkte bereits in zahlreichen Hörspielen und Lesungen mit, die im Hörverlag erschienen sind, u. a. in Peter Høegs „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ und Marianne Fredrikssons „Simon“.

Wiebke Puls, geboren 1973 in Husum, ging nach ihrer Ausbildung an der Hochschule der Künste in Berlin 1997 ans Schauspiel Hannover und wechselte 2000 ins Ensemble des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg. Seit 2005 ist sie Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele. 2005 wählte Theater heute sie zur Schauspielerin des Jahres.

Irina Wanka, geboren 1961 in München, hatte ihren ersten Filmauftritt bereits im Alter von sieben Jahren. Luchino Visconti entdeckte das Mädchen und besetzte sie in seinem Film „Die Verdammten“. Einem größeren Publikum wurde sie durch die österreichische Serie „Familie Merian“ bekannt. Nach ihrem Schauspielstudium folgten zahlreiche weitere Fernsehfilme und Serien, u. a. „Hotel Paradies“ und „Die Elsässer“. Irina Wanka ist Vorsitzende des Interessenverbandes Deutscher Schauspieler e. V.

Shenja Lacher wurde 1978 im Erzgebirge geboren. Seine Schauspielausbildung absolvierte er an der Hochschule für Musik und Theater Rostock, von dort aus ging er ans Theater, u. a. in Zittau, Mannheim und München. Neben seiner Arbeit auf der Bühne dreht er seit 1998 regelmäßig für Film und Fernsehen, so spielte er u.a. im Tatort. Von 2008 bis 2016 war er Ensemblemitglied am Residenztheater München. Von den Freunden des Bayerischen Staatsschauspiels wurde er 2014 mit dem Kurt-Meisel-Preis ausgezeichnet.

Zoe Hutmacher studierte am Hamburger Schauspiel-Studio Frese und spielt seitdem u. a. in den Sophiensaelen in Berlin, am Thalia Theater Hamburg, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, am Staatstheater Braunschweig und am Deutschen Theater Berlin. Von 2007 bis 2011 war sie am Theaterhaus Jena engagiert, von 2012 bis 2015 Ensemblemitglied am Theater Basel. Seit 2010 ist sie freies Mitglied der Company Label Grey, mit der sie schon einige internationale Projekte verwirklicht hat. Aktuell spielt sie am Konzert Theater Bern.

Walter Hess, geboren 1939 in Luzern, erhielt sein erstes Engagement von 1963 bis 1968 am Stadttheater Konstanz. Anschließend war er freischaffend tätig und gastierte u. a. am Theater Basel, am Luzerner Theater sowie am Schauspielhaus Zürich. Später spielte er als Ensemblemitglied am Schauspiel Bonn, am Staatstheater Hannover und am Schauspielhaus Zürich. Seit 2002 ist Walter Hess Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele.

Elisabeth Schwarz, 1938 in Stuttgart geboren, lebt heute in Hamburg. Ihre Schauspielausbildung absolvierte sie an der Münchner Otto-Falckenberg-Schule. Anschließend war sie an mehreren großen deutschen Bühnen engagiert, u. a. am Schauspiel Stuttgart, am Schauspielhaus Frankfurt, an den Münchner Kammerspielen und am Thalia Theater Hamburg. Von 1985 bis 2001 hatte sie eine Dozentenstelle an der Hochschule für Darstellende Kunst in Hamburg inne. Seit 2005 ist sie Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, und seit 2011 Ensemblemitglied des Residenztheaters München.

Autorin
Virginia Woolf
wurde am 25. Januar 1882 in London geboren und wuchs im großbürgerlichen Milieu des viktorianischen Englands auf. Ihr Leben war geprägt von wiederkehrenden psychischen Krisen. 1912 heiratete sie Leonard Woolf. Zusammen gründeten sie 1917 den Verlag „The Hogarth Press“. Ihr Haus war eines der Zentren der Künstler und Literaten der Bloomsbury Group. Am 28. März 1941 nahm Virginia Woolf sich, erneut bedroht von einer Verdunkelung ihres Gemüts, das Leben.

Zum Leuchtturm
Autorin: Virginia Woolf
Sprecher: Wiebke Puls, Zoe Hutmacher, Irina Wanka, Krista Posch, Walter Hess, Elisabeth Schwarz, Shenja Lacher
3 CDs – 146 Min.
Hörspiel
Der Hörverlag
Euro 19,99 (D)
Euro 19,99 (A)
sFr 28,50 (UVP)
ISBN 978-3-8445-2553-3

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