Inga Lühning & André Nendza „Hodgepodge Vol.2“

Das Duo zeigt sich durch unzählige Konzerte zwischen Festival, Kirche, Konzertsaal und Wohnzimmer bestens eingespielt und beherrscht noch zielgenauer das Spannungsfeld zwischen Verdichtung durch den Einsatz von Loops und der Transparenz der puren Zweisamkeit.

Von totaler Reduktion über einzelne – passgenau gewählte – zusätzliche Klänge (z. B. Voice Percussion, Handclaps) bis hin zu opulenten Flächen reicht hier das Gestaltungsspektrum. Inga Lühnings klare, facettenreiche Stimme und André Nendzas vielfältige Basskreationen stehen naturgemäß im Zentrum der Klanglandschaften. Dabei nutzen die beiden ihre Virtuosität aber immer mit klarem Blick für das der Musik Dienliche und Nötige. In Zusammenarbeit mit Toningenieur Christian Heck entstand so ein auch klanglich vielschichtiges Werk von enormer Tiefenschärfe, welches man mit der Freude an Details immer wieder gerne hört.

Inhaltlich steht das Thema „Songs“ weiterhin im Mittelpunkt und so setzen die beiden MusikerInnen auf eine inspirierte Bandbreite zwischen kraftvollen eigenen Kompositionen und den höchst eigenständigen Interpretationen der Musik von Degenhardt, BAP, van Veen, Element of Crime und Marianne Faithful. Dabei setzen Lühning & Nendza bewusst auf Kontraste. Weich und hart, Melancholie und Ausgelassenheit, subtile Balladen und kompakte Grooves, deutsche Lieder und englische Songs. Die Freude an der kompositorischen Gestaltung steht gleichberechtigt in Balance mit der Lust an der Improvisation. Trotz der reduzierten Besetzung wird es so niemals gleichförmig und der Zuhörer wird tief in den Bann der Musik gezogen.

Den beiden Künstlern gelingt es dabei wiederum eindrucksvoll, diese unterschiedlichen, scheinbar nicht zusammenpassenden Welten zu einer intensiven, spannungsreichen Einheit zusammenzuführen. Der vermeintliche Gemischtwarenladen „Hodgepodge Vol. 2“ entpuppt sich durch das authentische Spiel, die geschickte Songauswahl und die phantasievolle Gestaltung der Musik durch Inga Lühning & André Nendza als ein stimmiges Gesamtbild. Oder, wie Reinhard Köchl bereits 2018 im JAZZTHING über das Duo schrieb: „… Auf wundersame Weise gelingt Lühning und Nendza hier tatsächlich so etwas wie die Quadratur des Kreises…“

Tracks
1 The ballad of Lucy Jordan
2 Healing song
3 Until
4 Du kannst zaubern
5 Deutscher Sonntag
6 Wie im Märchen am Ende
7 Actually, actually
8 Nice little sleep
9 Alone
10 In deinem Licht
11 Kreise
12 Am Ende denk ich immer nur an dich

Inga Lühning & André Nendza „Hodgepodge Vol.2“
Jazzsick

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